Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie psychischer Stress dem Rücken schadet

Donnerstag, 11. November 2021 – Autor:
Trennung vom Partner, Umzug in eine neue Stadt, ein Todesfall oder ein Streit mit der besten Freundin: Emotionale Stresssituationen schlagen einem nicht nur aufs Gemüt – sie können sich auch körperlich artikulieren. Typisch für solche Fälle sind Rückenschmerzen. Die „Aktion Gesunder Rücken“ gibt Tipps für Behandlung und Prävention.
Frau mit Rückenschmerzen.

Psychischer Stress kann sich direkt im Körper niederschlagen. Typisch sind Rückenschmerzen. – Foto: DDRockstar

Falsch gebückt, schwere Kisten getragen, beim Sport ein bisschen übertrieben: Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Sogar ein Zuwenig an Bewegung kann schlecht für den Rücken sein: Langes, statisches Sitzen vorm Computer. Oder selten Sport, denn wenn die Übung fehlt, wird die Muskulatur schwach, was Beschwerden begünstigt. An körperliche Gründe denkt man bei Rückenschmerzen zuerst. Doch es gibt eine weitere wichtige Ursache, die viele gar nicht auf dem Schirm haben: emotionaler Stress.

Psychischer Stress: Das können die Ursachen sein

Psychischer Stress kann nicht nur durch Überlastung im Berufsleben entstehen. Auch besondere Ereignisse in unserem Privatleben können uns gehörig aus der Bahn werfen und große Stressoren sein: ein Streit mit der besten Freundin, ein Umzug, der Verlust eines nahestehenden Menschen, die Trennung vom Partner. Doch Stress ist nicht nur ein Gefühl. Er kann sich auf vielerlei Weise auch körperlich bemerkbar machen.

 

Wie aus Emotionen Rückenschmerzen werden

Das bedeutet: Auch Stressgefühle und negative Emotionen können für Rückenprobleme verantwortlich sein. Der psychosomatische Mechanismus ist folgender: Sobald wir Situationen ausgesetzt sind, die uns verunsichern, Angst machen, Nervosität auslösen oder unserem Gehirn auf sonstige Art und Weise „gefährlich" erscheinen oder es überfordern, werden im Körper Stressreaktionen in Gang gesetzt. Cortisol wird ausgeschüttet – zunächst mit einem positiven Effekt: In vorübergehenden Stresssituationen schützt es uns vor Entzündungen, erhöht unseren Blutdruck und macht uns konzentrations- und leistungsfähig.

„Bei anhaltendem Stress kehrt sich dieser Effekt aber um und es schadet uns“, heißt es in einer Patienteninformation der „Aktion Gesunder Rücken“. „Dann werden wir nervös, das Immunsystem wird geschwächt, die Schlafqualität nimmt ab und wir verkrampfen. Die Muskeln spannen sich an und können dann einfach ‚dicht machen‘ oder Nerven einengen und schon ist der Rückenschmerz da.“

Maßnahmen bei akuten Rückenschmerzen

Bei starken akuten Rückenschmerzen kann man zum Arzt gehen und sich eine Spritze gegen die Beschwerden geben lassen. Das muss aber nicht immer die erste Wahl sein, um sich Linderung zu verschaffen. Durch Wärme lassen sich Verspannungen oftmals gut in den Griff bekommen, da sie entspannend auf die Muskulatur wirkt. Ob Wärmepflaster, ein Bad, Rotlicht oder ein Kirschkernkissen – erlaubt ist, was guttut. Moderate Bewegung ist auch wohltuend und hilft, wieder mobil zu werden. Bei starken Belastungen oder extremen Dreh-Bewegungen sollte man allerdings aufpassen und diese für die Dauer der Beschwerden möglichst vermeiden.

Was kann man gegen emotionale Rückenschmerzen tun?

„Hier gibt es zwei Hebel“, heißt es bei der Aktion Gesunder Rücken: erstens den Rücken stärken – und zweitens die Ursachen angehen. Eine größere Stressresistenz im Körper aufbauen lässt sich demnach mithilfe von Wechselduschen, die unser Nervensystem trainieren und es widerstandsfähiger machen. In sich hineinspüren und bewusste Auszeiten nehmen ist auch essentiell, ebenso wie regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft. Außerdem: guter Schlaf und eine ausgewogene Ernährung.

Tipps für Menschen mit stressbedingten Rückenschmerzen:

  1. Den sportlichen Ausgleich suchen. Das kräftigt den Rücken, vorhandener Schmerz kann reduziert werden, Verspannungen können nicht so leicht entstehen. Pilates gilt wegen seiner rückenstärkenden Wirkung als besonders hilfreich. Zudem werden beim Sport Hormone ausgeschüttet, die das Wohlbefinden verbessern und die Stresstoleranz erhöhen. Auch den Kopf können Sie so freibekommen und den Stressfaktor für den einen oder anderen Moment einfach mal vergessen.

  2. Sich Erholungsphasen gönnen. Eine kurze Pause zwischendurch, wie zum Beispiel ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft, ein heißes Bad oder eine Massage können uns dabei helfen, zur Ruhe zu kommen. Nehmen Sie sich einfach mal Zeit nur für sich.

  3. Entspannung lernen. Einfach so abschalten und sich entspannen ist nicht immer einfach. Aus diesem Grund kann es manchmal sehr hilfreich sein, in Kursen beispielsweise Progressive Muskelentspannung oder bestimmte Meditationstechniken zu erlernen und zu praktizieren.

  4. Ausschlafen. Schlaf ist eine der besten Regenerationen für den Körper. Im Schlaf wird der Alltag verarbeitet und der Körper kommt zur Ruhe. Sorgen Sie für einen erholsamen Schlaf. Schaffen Sie Einschlafrituale für eine angenehme Nachtruhe.

  5. Gönnen Sie sich eine digitale Auszeit: Immer mehr wird unser Leben von digitalen Geräten wie Handy, Computer oder TV bestimmt. Ständig prasseln neue Reize auf uns ein. Wenn der Arbeitsalltag davon geprägt ist, dann kann der Feierabend ohne Tablet & Co sehr entspannend sein.

(Quelle: Aktion Gesunder Rücken)

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Orthopädie , Stress , Rückenschmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Rückengesundheit“

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Viele gesundheitsbewusste Verbraucher wissen genauso wie Diabetiker um die dick- und krankmachende Wirkung von Zucker. Deshalb richtet sich deren Hoffnung auf Süßstoffe. Doch obwohl sie zuckerfrei und zumindest kalorienarm sind, machen auch sie offenbar dick.


Ist die Infektion abgeklungen, ist Covid-19 für viele Patienten keineswegs vorbei – es geht nur anders weiter. Die AOK hat ein neues Beratungsportal geschaltet: damit Long-Covid-Patienten diese neue Krankheit besser verstehen und leichter mit ihr umgehen können.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin