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26.07.2021

Wie man trockene Augen verhindern und lindern kann

Klimaanlagen, Zigarettenqualm, langes Sitzen vorm PC-Bildschirm: So können situativ trockene Augen entstehen, die reiben und schmerzen. Trockene Augen können aber auch eine chronische Krankheit sein. Hier ein paar Tipps dazu von Experten.
Frau bei der Arbeit am Bildschirm reibt sich die Augen, weil sie brennen.

Auch konzentriertes Arbeiten am Computer kann Augen austrocknen lassen. Wer aber deshalb nur ein- oder zweimal in der Minute blinzelt, verteilt viel zu wenig Tränenflüssigkeit auf seine Augen. Was hilft: ganz bewusst häufiger blinzeln, eine kleine Pause einlegen oder einige Minuten lang in die Ferne schauen.

Trockene Augen sind nicht nur lästig, sie können auch schmerzen. Sie können sich äußern als leichtes Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl. Morgens beim Aufstehen können die Augen durch ein weißliches Sekret verklebt sein. Schätzungsweise rund 20 Prozent der Patienten, die in Deutschland jährlich zum Augenarzt gehen, leiden unter trockenen Augen.

Ursachen: Krankheiten, Medikamente, das Alter

Die Auslöser des „Sicca-Syndroms“, wie trockene Augen in der medizinischen Fachsprache heißen, sind vielfältig. So können bestimmte Autoimmunerkrankungen wie Diabetes oder Morbus Crohn trockene Augen verursachen. Auch Medikamente wie zum Beispiel Betablocker oder Antidepressiva können Auslöser sein. Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle, denn bei älteren Menschen lässt die Produktion der Tränenflüssigkeit allmählich nach. Beruhigend ist aber: In vielen Fällen helfen einfache Mittel, damit die Beschwerden wieder verschwinden.

 

Trockene Augen am PC: So hilft man sich selbst

„Vermeiden sollte man alles, was die Augen reizt – also zum Beispiel Zigarettenqualm oder Klimaanlagen“, rät das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau. „Auch sollte man darauf achten, dass der Mund-Nasen-Schutz richtig sitzt, damit die Ausatemluft nicht ins Auge zieht.“ Bei Bildschirmarbeit droht demnach ebenfalls Augentrockenheit. Denn wer beispielsweise im Homeoffice lange auf einen kleinen Bildschirm fokussiert, blinzelt weniger – die Augenoberfläche wird dann nicht ausreichend durch den Lidschlag befeuchtet. Hier kann man sich aber leicht selbst helfen: bewusst blinzeln, Pausen einlegen, regelmäßig lüften und in die Ferne blicken.

„Um Beschwerden vorzubeugen beziehungsweise um sie zu lindern, helfen auch Luftbefeuchter und Grünpflanzen in den Räumen", sagen Gesundheitsexperten der AOK. Diese erhöhten die Luftfeuchtigkeit. „Mehrmaliges Lüften erfüllt den gleichen Zweck. Außerdem sollten Betroffene genug trinken – etwa eineinhalb Liter täglich."

Augen feucht halten mit Hyaluronsäure

Wer an trockenen Augen leidet, kann die Augen auch mit Tränenersatzmitteln feucht halten. Bei der Wahl eines passenden Präparates sollte man sich in der Apotheke beraten lassen. Viele Präparate enthalten Hyaluronsäure, die Wasser an sich bindet. „Befeuchten Sie die Augen unmittelbar vor dem Schlafen mit Tropfen, damit sie sich nachts erholen können", rät Doreen Turba, Apothekerin aus Dresden. Ein Tipp: Tagsüber wässrige Präparate verwenden, weil sie das Sehen nicht behindern; nachts stärker konzentrierte Gele oder Salben mit höherem Fettanteil.

Häufig trockene Augen: Den Arzt konsultieren

Wenn allerdings die Augen häufig brennen, gerötet sind, reiben oder schmerzen, heißt es aufgepasst. „Trockene Augen sind eine chronische Erkrankung, die man ernst nehmen muss", sagt Elisabeth Messmer, Oberärztin am Klinikum der LMU München, im Magazin Apotheken Umschau. Bessern sich die Beschwerden durch Tränenersatzmittel nicht innerhalb kürzester Zeit, sollte die Ursache augenärztlich abgeklärt werden. „Manchmal produziert die Tränendrüse nicht genügend Flüssigkeit", sagt Professorin Messmer. Häufiger jedoch liege eine Störung der Meibom-Drüsen an der Lidkante vor. Bilden diese zu wenig von ihrem fetthaltigen Sekret, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. Wärme macht das Sekret der Meibom-Drüsen flüssiger. Augenärztin Messmer empfiehlt folgende Methode: feuchtwarme Abschmink-Pads für fünf Minuten auf die Augen legen. Dann Unter- und Oberlid mit einem feuchten Wattstäbchen in Richtung Lidkante sanft ausstreichen – am besten zweimal täglich.

Foto: AdobeStock/Lars Zahner

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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