Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie man sein Bauchfett unter Kontrolle bringt

Donnerstag, 15. Juli 2021 – Autor:
Bauchfett beeinflusst wie ein eigenes Organ den Hormonhaushalt des Körpers – nur negativ. Und es erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Hier einige Tipps, wie man die Dimension des eigenen Bauchfetts selbst bestimmen und das Problem unter Kontrolle bringen kann.
Frau packt Bauchfettfalte und tut so, als wollte sie es einfach mit einer großen Schere abschneiden.

Wäre schön, wenn es so einfach ginge. Was gegen Bauchfett tatsächlich hilft: eine kalorienreduzierte Ernährung mit viel Eiweiß und Pflanzlichem plus Ausdauersport. – Foto: AdobeStock/maxshutter

Körperfett ist nicht gleich Körperfett. Es kommt stark darauf an, wo das Fett sitzt. An Po und Oberschenkel gilt es vielen vielleicht als lästig aus der medizinischen Perspektive jedoch als eher harmlos. „Besorgniserregender ist das Fett am Bauch“, sagt Anja Bosy-Westphal, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau". „Das subkutane Fett unter der Haut und das viszerale Fett um die inneren Organe: Diese Fettdepots erhöhen das Risiko für Leberverfettung." Mit wachsendem Bauch steige auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Und für die sogenannte Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Zusätzlich gilt es als Auslöser für bestimmte Entzündungsprozesse im Körper.

Wie gefährlich ist mein Bauchfett? Der Selbsttest

Aber wie erkennt man, wie es um das eigene Bauchfett steht? Sicherheit bringen ein umfassender Gesundheits-Check-up oder ein einfaches Maßband. Die Apotheken Umschau rät in ihrer aktuellen Ausgabe: Um den Taillenumfang zu messen, legen Sie das Band im Stehen in der Mitte zwischen unterstem Rippenbogen und dem Beckenkamm an und messen Sie nach dem Ausatmen. Grünes Licht gibt es bei Frauen unter 80 Zentimetern, bei Männern unter 94. Wer drüber liegt, dem rät Anja Bosy-Westphal, die Leiterin des Instituts für Humanernährung an der Universität Kiel, zu eiweiß- und ballaststoffreichem Essen mit Fetten aus gesunden Quellen. „Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich schlecht, sie sollten aber vor allem in der Vollkornvariante verzehrt werden."

 

Anti-Bauchfett-Essen: Zucker runter, Eiweiß und Grünzeug rauf

Viszerales Fett, also Fett, das sich an Organen anlagert und als besonders schädlich gilt, beginnt laut Apotheken Umschau abzuschmelzen, wenn die Zufuhr an Zucker und verarbeiteten Kohlenhydraten gedrosselt wird. Gut ist es, Gemüse zu essen, das bei verhältnismäßig viel Volumen dem Körper wenig Kalorien zuführt. „Ideal sind mindestens 400 Gramm Grünzeug pro Tag.“

In einer Studie zur Organfettreduktion kommt das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam zu dem Ergebnis, dass eine kalorienreduzierte Ernährung mit hohem Proteingehalt beispielsweise das Leberfett wirksamer reduziert als eine kalorienreduzierte eiweißarme Ernährung. Die Forschenden gehen davon aus, dass der positive Effekt der eiweißreichen Diät hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Fettaufnahme, -speicherung und -synthese unterdrückt wird.

Erfolgversprechend: Gute Ernährung plus Ausdauersport

Erfolgversprechend ist die Kombination aus dieser gezielten Ernährungsform und Ausdauersport. Bewegung mobilisiert das unsichtbare Fett im Bauch schneller als das sichtbare Fett direkt unter der Haut. Gut trainierte Bauchmuskeln straffen den Bauch zusätzlich. Isoliertes lokales Bauchmuskeltraining ist laut Ernährungsmedizinern trotz der geographischen Nähe zum gefährlichen Bauchfett jedoch nicht in der Lage, Fett am oder im Bauch gezielt zu beseitigen. Das gilt als Mythos.

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Ernährung , Diät , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Fett im Körper“

05.05.2020

Warum sich bei manchen Menschen Körperfett am Bauch anlagert und bei anderen an Po und Oberschenkeln, war bisher nicht eindeutig geklärt. Nach einer Langzeitstudie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) spielt die Insulinempfindlichkeit des Gehirns eine wichtige Rolle. Auch das Körpergewicht und damit mögliches Übergewicht werde von diesem Mechanismus reguliert.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Bevor eine Multiple Sklerose diagnostiziert wird, haben Betroffene oft schon unerkannte Krankheitsschübe. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler aus München in einer neuen Studie gekommen. Damit stellt das Team die Theorie der sogenannte Prodromalphase in Frage.

 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin