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09.12.2020

Wie man in Krisen den Optimismus bewahrt

Krisen sind Teil des Lebens und quasi Schicksal. Doch es ist auch eine Einstellungssache, wie wir damit umgehen. Ein Experte gibt Tipps, wie man in schweren Zeiten wie dieser optimistisch bleiben kann.
Krisen lassen sich mit Humor besser bewältigen

Krisen lassen sich mit Humor besser bewältigen

Die Corona-Krise setzt vielen Menschen psychisch zu. Tatsächlich ist der Blick auf die kommenden Monate wenig erfreulich. Auch die Impfung wird die Pandemie nicht schlagartig beenden. Doch wie immer ist das Glas halb leer oder halb voll. Statt mit Sorgen in die Zukunft zu blicken, kann man sich auch sagen: Nach jeder Krise wird es wieder aufwärtsgehen. Im Laufe des Jahres 2021 wird sich unser Leben normalisieren. Dr. Christian Graz, Chefarzt für Psychosomatik in der Max Grundig Klinik, rät seinen Patienten zu solch positiven Botschaften, einem persönlichen Mantra, wie er sagt. „Ein Mantra mit einer positiven Haltung zum Durchhalten mit dem Glauben an eine Rückkehr zu besseren Zeiten, das stärkt den Optimismus“, sagt er. Dieses Rezept helfe Menschen generell, auch ohne psychosomatischen Befund.

Humor ist das beste Rezept

Auch Humor, Satire und Ironie helfen seiner Ansicht nach, widrige Umstände des Lebens besser zu bewältigen. "Wer sich aus einer Depression oder anderen psychischen Störungen mit einer Prise Selbstironie positiv herausarbeitet, findet auf diesem Weg auch seinen Humor und sein Lachen wieder“, so Graz. " Umgekehrt gilt: Wem es aktuell gelingt, im Corona Lockdown erst gar nicht Humor und Optimismus zu verlieren, wird mental erheblich besser durch die nächsten Monate kommen. Lachen ist die beste Medizin. „Aus meiner Sicht sind Humor und Optimismus zentrale Hebel, gegen aufkommenden Corona-Frust und Ärger anzukämpfen.“

Natürlich ist Humor nicht jedermanns Sache. Doch er lässt sich trainieren. Statt sich über Missgeschicke zu ärgern kann man versuchen, auch darüber zu lachen. „Selbstironie hilft, Niederlagen positiver zu verschmerzen“, sagt Graz. So könne man angstauslösende und belastende Situationen auch ein Stück weit "weglachen".

 

Kontakt zu positiven Menschen suchen

Auch Kontakte sind wichtig und trotz Kontaktbeschränkungen weiter möglich, sei es über Telefonate oder Skype. "Viele Menschen verbarrikadieren sich derzeit mehr als nötig und vereinsamen zusätzlich, in dem sie sich in einen sozialen Winterschlaf ergeben“, sagt  Christian Graz. Besser wäre es, digitale Dinner über Zoom oder Facetime zu initiieren und dabei gute Laune zu verbreiten. Dabei solle man die Gespräche zum Beispiel auf lustige Ereignisse in der Vergangenheit lenken und traurige oder konfliktbeladene Themen meiden. Mit engen Freunden oder der Familie könne man die Spielregeln vereinbaren.

„Suchen Sie grundsätzlich eher den Kontakt zu positiven, unbeschwerten und lustigen Menschen. Erzählen Sie selbst über heitere Tagesmomente, statt über Stress, subjektiv empfundene Ungerechtigkeit und Unzufriedenheit. Lamentieren bringt niemanden weiter, ein lösendes Lachen schon“, so der Chefarzt. Gleiches gilt für den Medienkonsum. Eine Komödie, ist in diesen Zeiten hilfreicher als sich Schindlers Liste oder ähnlich schwere Filme anzuschauen.

Die Zusammenhänge von guter Laune und Gesundheit sind laut Dr. Christian Graz eindeutig: Lachen kann Stresshormone abbauen und sogar das Immunsystem stärken. Dazu ist es in zwischenmenschlichen Interaktionen der perfekte "Wogenglätter". 

Foto: © Adobe Stock/contrastwerkstatt

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Corona
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