. Entspannung

Wie man im Urlaub besser abschalten kann

Jeder Vierte erholt sich im Urlaub nicht – das geht aus einem Bericht der Barmer GEK hervor. Vor allem Menschen, die sich stark in ihrem Beruf einbringen und auch abends oder am Wochenende nicht abschalten, fällt die Erholung im Urlaub schwer.
Wenn man im Urlaub nicht abschalten kann

Wer im Urlaub nicht entspannen kann, dem können Meditationsübungen helfen

Endlich Urlaub! Man zählt die Tage, freut sich auf Entspannung, Abwechslung, Ausschlafen – doch dann lassen einen die Gedanken nicht zur Ruhe kommen und die ersehnte Erholung will sich nicht einstellen. So oder so ähnlich geht es jedem vierten Bundesbürger, wie die Krankenkasse Barmer GEK berichtet. Doch es gibt Tipps, wie man im Urlaub besser abschalten kann. Dazu gehört, sich richtig vorzubereiten und die Erwartungshaltung herunterzuschrauben.

Der häufigste Grund dafür, dass Menschen im Urlaub nicht abschalten können, ist eine permanent hohe Belastung am Arbeitsplatz. Wer beruflich ständig unter Strom steht, dem gelingt es auch in der Freizeit meist nicht, sich zu entspannen. Vor allem Perfektionisten und Workaholics seien davon betroffen, berichtet die GEK. „Wer sich ständig zu viel Arbeit aufbürdet, sich für alles verantwortlich fühlt, Angst vor Fehlern hat und nicht ‚Nein‘ sagen kann, lebt im Dauerstress“, erklärt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer GEK. Der Körper und das Immunsystem arbeiten dann auf Hochtouren, so dass permanent Stresshormone ausgeschüttet werden. Dauerhafte Anspannung und Nervosität sind die Folge.

Leichte körperliche Aktivität trägt zur Erholung im Urlaub bei

Wenn im Urlaub die Anspannung plötzlich nachlässt, fährt auch das Immunsystem herunter, so dass der Betroffene anfälliger für Infekte wird. Er fühlt sich müde und schlapp. Experten sprechen dann von der sogenannten „Freizeitkrankheit“. Manch einer kommt regelrecht „urlaubsreif“ aus den Ferien zurück. Doch es gibt Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken.

Wichtig ist vor allem die richtige Vorbereitung. Bis zum letzten Tag auf vollen Touren zu arbeiten und dann sofort in den Urlaub zu fahren, oft noch mit stundenlangem Autofahren verbunden, steigert die Stressbelastung nur, und die Betroffenen können dann meist nicht sofort herunterschalten. Sinnvoll kann es sein, zwischen dem letzten Arbeitstag und der Abreise mindestens einen Tag freizulassen. Im Urlaub können dann Aktivitäten wie Schwimmen oder Wandern zur Entspannung beitragen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die in ihrem Urlaub körperlich aktiv sind, länger vom Erholungseffekt profitieren als Strandurlauber. Allerdings sollte von sportlichen Extrembelastungen ebenso wie von übermäßig anstrengenden Sightseeing-Touren abgesehen werden. Auch Musikhören oder Lesen entspannt und kann zum Abschalten beitragen.

Nicht von hundert auf null herunterschalten

Auch überreichliches Essen im Urlaub kann der Erholung entgegenstehen. Und natürlich sollten das Handy und das Tablet ausgeschaltet und E- Mails höchstens einmal am Tag gecheckt werden, so Marschall. Außerdem können Meditation, Progressive Muskelentspannung und Yoga bei der Einstimmung auf einen entspannten Urlaub helfen.

Wichtig ist es auch, die Erwartung an den Urlaub herunterzuschrauben. Zu glauben, der ganze Stress eines Jahres könne in wenigen Wochen abgebaut werden, ist meistens falsch. Studien zeigen zudem, dass diejenigen, die auch innerhalb der Arbeitswoche immer wieder Erholungspausen einlegen und abends und am Wochenende nicht ständig an die Arbeit denken, sich auch viel schneller im Urlaub erholen können. Abschalten zu können, kann mal also auch trainieren.

Foto: © nickolya - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Stress

| Multitaskingfähig zu sein, gilt vielen Menschen als Voraussetzung für besonderen Erfolg im Job und Privatleben. Dabei ist echtes Multitasking ein Mythos. Wer es trotzdem immer wieder versucht, erzeugt vor allem eins: Stress im Gehirn.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.