. Expertenhotline zum Tag der Logopädie

Wie Logopäden Demenzkranke wieder sprachfähig machen

Die Zahl der Menschen, die an Demenzerkranken, nimmt weiter zu – und damit verbunden auch der Bedarf an logopädischer Therapie. Darauf weist der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. hin. Am heutigen Europäischen Tag der Logopädie bietet er deshalb eine Expertenhotline.

Hilft nicht nur Kindern: Logopädie.

Die bundesweite Expertenhotline zum Thema "Neurologische Erkrankungen: Plötzlich sprachlos ..." an.  Die Hotline ist von 17 bis 20 Uhr unter Rufnummer: 01805353532 freigeschaltet.  Experten beraten am Telefon über logopädische Therapien und Leistungen bei demenziell erkrankten Menschen. „Von vielen Patienten mit beginnender Demenz und ihren Angehörigen wird die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit als großes Problem empfunden. Vor allem das Nichtverstehen von Gesprächen, das schnelle Vergessen von Fakten oder die fehlende Einsicht in Zusammenhänge des Alltages bereiten den Betroffenen Schwierigkeiten“, schreibt der Bundesverband für Logopädie in einer Pressemitteilung. Deshalb sei die Beratung von Patienten und Angehörigen über die Folgen der Krankheit im Blick auf das zukünftige Miteinander besonders wichtig.

Demenz: Logopäden können mit Übungsprogrammen die Kommunikationsmöglichkeiten verbessern

„Bei einer beginnenden Demenz oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen können Logopäden mit ausgewählten Übungsprogrammen die kommunikativen Fähigkeiten des Patienten unterstützen“, so die Logopäden. Im Fokus stünden das Sprachverständnis, das Merken von seriellen Abfolgen und die Wortfindung. Bei fortschreitender Erkrankung könne sich die Therapie auf das Thema Schlucken konzentrieren, wenn es zu Problemen beim Essen und Trinken kommt. „Gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeiten die Therapeuten Bewältigungsstrategien für den Alltag, um Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen und die Nahrungsaufnahme sicher zu gestalten. Für die Betroffenen und die Angehörigen kann die neu gewonnene Sicherheit dazu beitragen, länger in der vertrauten Umgebung zu leben“, so die Experten.

Logopäden berichten über steigende Zahlen von Demenzkranken in ihren Praxen

Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz leben mehr als 1,5 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Bis zum Jahr 2050 wird mit einem Anstieg der Patientenzahlen auf etwa 3 Millionen gerechnet. Niedergelassene Logopäden berichten schon heute von einer Zunahme von Patienten mit degenerativen Erkrankungen in ihrer Praxis. Dieser Tatsache wolle man Rechnung tragen und den Angehörigen mit der Hotline eine Möglichkeit geben, sich ausführlich über Leistungen und Möglichkeiten der Logopädie zu beschäftigen.

Foto: Fotolia - Dan Rice

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Pflege

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Märchenerzählen kann bei Demenz-Kranken, die in Pflege-Einrichtungen leben und zu herausfordernden Verhaltensweisen neigen, das Wohlbefinden verbessern und ihre Verhaltenskompetenzen stärken. Das ist das Ergebnis einer Studie der Berliner Alice-Salomon-Hochschule.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.