Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
29.10.2020

Wie lässt sich eine Erkältung von Covid-19 unterscheiden?

Mit dem Herbst kommt die Erkältungs-Zeit. Doch wie lässt sich ein einfacher Infekt von Corona unterscheiden? Forscher sagen: Wichtigstes Indiz für eine Covid-19-Erkrankung ist der Verlust des Geruchssinnes.
Knoblauch

Wer plötzlich Knoblauch, Kaffee oder Parfüm nicht mehr riechen kann, sollte an Covid-19 denken

Mit dem Herbst kommt die Erkältungs-Zeit. Doch wie lässt sich ein einfacher Infekt von Corona unterscheiden? Laut Forschern des University College London und des University Collge London Hospital sollte der akute Verlust des Geruchssinns als das wichtigste Kriterium für eine Covid-19-Erkrankung betrachtet werden.

Sie hatten auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie in London zwischen dem 23. April und dem 14. Mai 2020 fast 570 Probanden rekrutiert. Die waren bei medizinischen Versorgungszentren in London registriert und hatten über einen Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinnes berichtetet. Sie waren im Schnitt 39 Jahre alt, 69 Prozent waren weiblich.

Wie lässt sich eine Erkältung von Covid-19 unterscheiden?

Sie hatten eine telemedizinische Konsultation mit medizinischem Fachpersonal, das sie nach ihren Symptomen befragte und den korrekten Verlauf eines Antikörper-Tests überwachte. Ergebnis: 78 Prozent der Personen mit Geruchs- und/oder Geschmacksverlust wiesen SARS-CoV-2-Antikörper auf - hatten also eine Erkrankung durchgemacht.

Von diesen hatten 40 Prozent weder Husten noch Fieber. Teilnehmer mit Geruchsverlust hatten dreimal häufiger SARS-CoV-2-Antikörper als jene mit Geschmacksverlust. Das wäre also ein simpler Ansatz, um eine Erkältung von Covid-19 zu unterscheiden.

 

Zweithäufigstes Symptom bei Covid-19: Kopfschmerzen

Auch weitere Symptome der Antikörper-Träger wurden erfasst: Am zweithäufigsten nach dem Geruchs-/Geschmacksverlust traten Kopfschmerzen auf (64,3 Prozent), gefolgt von Muskel- und Gliederschmerzen (60,2 Prozent), Appetitverlust (57,3 Prozent), Husten (47,7, Prozent), Halsschmerzen (40,9 Prozent), Fieber (37,7 Prozent), Brustschmerzen (37,7 Prozent), Atemnot (37,1 Prozent), Benommenheit (32,3 Prozent), Durchfall (25,6 Prozent), Heiserkeit (17,3 Prozent), Bauchschmerzen (15 Prozent) und Erbrechen (3,6 Prozent).

Wer Zwiebeln und Kaffee nicht mehr riechen kann

Die im Fachmagazin PLOS Medicine veröffentlichte Studie wurde von der Adipositas-Forscherin Prof. Rachel Batterham geleitet. Sie sagt: "Wenn wir uns einer zweiten Infektionswelle nähern, wird die Früherkennung von Covid-19-Symptomen durch die Öffentlichkeit zusammen mit einer schnellen Selbstisolierung und Tests von entscheidender Bedeutung sein, um die Ausbreitung von Krankheiten zu begrenzen."

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine wichtige Botschaft für die öffentliche Gesundheit darin besteht, dass Menschen, die einen Verlust ihrer Fähigkeit bemerken, Haushaltsgerüche wie Knoblauch, Zwiebeln, Kaffee und Parfums zu riechen, sich selbst isolieren und PCR-Tests durchführen sollten."

Foto: Adobe Stock/Tomasz Warszewski

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Erkältung , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grippe

30.10.2020

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist zuletzt auf mehr als 18.000 Fälle innerhalb von 24 Stunden angestiegen. Jeder Neuinfizierte hat rund 10 bis 15 Kontakte, die informiert werden und sich in Quarantäne begeben müssen. Die Gesundheitsämter stoßen angesichts dieser Entwicklung bei der Kontaktnachverfolgung an ihre Grenzen. Welche Möglichkeiten haben die Gesundheitsämter bei der Pandemiebekämpfung in dieser angespannten Lage? Darüber sprach Gesundheitsstadt Berlin in einem Podcast mit Dr. Christine Wagner, Leiterin des Pandemiestabes Kommunikation und Strategie im Berliner Gesundheitsamt Neukölln.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.

Der Corona-Lockdown bremst uns bei sportlichen Aktivitäten aus und verändert unsere Ernährungsgewohnheiten. Das zeigt eine Umfrage unter Studenten in Bayern. Fast jeder Dritte aß mehr als in der Vor-Corona-Zeit – und viele aßen mehr „Ungesundes“. Die Zahl der Schritte, die man pro Tag geht, sank um eine Zahl in vierstelliger Größe.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin