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Wie krank ist das Berliner Gesundheitswesen?

Dienstag, 23. Januar 2018 – Autor: Angela Mißlbeck
Der Krankenstand im Berliner Gesundheitswesen liegt über dem durchschnittlichen Krankenstand in der Hauptstadt. Extrem viel fehlen Altenpflegekräfte wegen Arbeitsunfähigkeit.
Krankenstand im Berliner Gesundheitswesen

In der Altenpflege ist der Krankenstand am höchsten.

Das zeigt der Länderübergreifende Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg, den das Netzwerk Health Capital nun vorgelegt hat. Der Bericht untersucht in einem Schwerpunkt die Arbeitsunfähigkeiten im Brandenburger und Berliner Gesundheitswesen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen. Besonders belastet sind Altenpflegekräfte. Der Krankenstand der Altenpflegerinnen lag in Berlin 2016 bei 9,2 Prozent (Brandenburg: 9,1%) und der ihrer männlichen Kollegen bei 6,7 Prozent (Brandenburg: 6,4%).

Auch in der Krankenpflege, dem Rettungsdienst und der Geburtshilfe lag der Krankenstand deutlich über dem Durchschnitt. Die weiblichen Beschäftigten in diesen Bereichen wiesen einen Krankenstand von 8,0 Prozent auf (Brandenburg: 7,7%). Der Krankenstand der männlichen Mitarbeiter in diesen Berufsgruppen belief sich auf 5,7 Prozent (Brandenburg: 6,1%).

Mehr Gesundheitsförderung im Berliner Gesundheitswesen gefordert

Dagegen waren Ärzte und Zahnärzte genau wie Psychotherapeuten nur sehr selten krankgeschrieben. Der Gesundheitsbericht empfiehlt deshalb, dass bei Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung im Brandenburger und Berliner Gesundheitswesen auf die Besonderheiten der einzelnen Berufsgruppen eingegangen werden sollte.

„Der Bericht macht deutlich, dass wir uns insbesondere mit der gesundheitlichen Situation von in Pflegeheimen und Krankenhäusern tätigen Pflegekräften beschäftigen müssen, die in 2016 deutlich häufiger von Arbeitsunfähigkeit betroffen waren, als andere Berufsgruppen. Die Daten sind ein Ansporn und eine gute Grundlage zugleich, um an Prävention und betrieblicher Gesundheitsförderung zu arbeiten. Wenn wir Gesundheit und Beschäftigungsbedingungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbessern, stärkt das die Gesundheitswirtschaft in der Region insgesamt“, so der Berliner Gesundheitsstaatssekretär Boris Velter.

 

Berliner Gesundheitswesen ist wirtschaftlich wichtig

Das Brandenburger und Berliner Gesundheitswesen ist für die Region wirtschaftlich sehr bedeutend. Denn jeder zehnte Beschäftigte ist im Gesundheitswesen (einschließlich Pflege- und Altenheimen) tätig.

Über alle Berufsgruppen hinweg lag der durchschnittliche Krankenstand in Berlin und Brandenburg 2016 dem Bericht zufolge 5,5 Prozent. Das bedeutet dass jeder Arbeitnehmer im Durchschnitt 20 Tage gefehlt hat. Dabei ist der Krankenstand der 50 bis 54-jährigen Berliner doppelt so hoch wie bei den 30 bis 34-Jährigen und auch nach Bezirken sehr unterschiedlich. So lag er in Friedrichshain-Kreuzberg bei 3,9 Prozent in Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf dagegen bei 6,2 Prozent.

Die Berechnungen beruhen auf den Daten mehrerer Krankenkassen und erfassen damit das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen von 87 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Hauptstadtregion.

Foto: Health Capital / Berlin Partner

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