Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie Kinder kriegen und Diabetes zusammenhängen

Mittwoch, 14. Dezember 2022 – Autor:
Eine Schwangerschaft kann bei Frauen Diabetes auslösen – selbst noch viele Jahre nach der Geburt. Nicht zu stillen, kann wiederum bei Kindern eine „Zuckerkrankheit“ begünstigen. Diese Tipps helfen, mit Schwangerschaftsdiabetes bewusst umzugehen.
Schwangere Frau und ihre Ärztin besprechen Schwangerschaftsdiabetes.

Gut fünf Prozent aller schwangeren Frauen bekommen Experten zufolge während der Schwangerschaft Diabetes. Meist entwickelt sich die Krankheit erst in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft, also zwischen der 24. und 28. Woche. – Foto: AdobeStock/RFBSIP

Manche Frauen bekommen ihn, andere nicht: den Schwangerschaftsdiabetes. Warum eine Schwangerschaft die sogenannte Zuckerkrankheit auslösen kann, ist wissenschaftlich noch immer nicht vollständig geklärt. „Eine Rolle spielen nach aktuellem Kenntnisstand die Gene, aber auch der Lebensstil: Wer schon vor der Schwangerschaft übergewichtig ist, sich wenig bewegt und eher ungesund isst, hat ein höheres Risiko“, schreibt das Apothekenmagazin „Baby und Familie" in seiner aktuellen Ausgabe.

Kinder kriegen kann bis zehn Jahre nach der Geburt zu Diabetes führen

Ein sogenannter Schwangerschafts- oder Gestations-Diabetes kann sich dem Magazin zufolge massiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind auswirken – auch langfristig. Zwar normalisiert sich bei der Mehrheit der Frauen der Blutzucker nach der Geburt wieder. Allerdings entwickeln dennoch mehr als 35 Prozent der Frauen, die in der Schwangerschaft Gestations-Diabetes hatten, in den ersten zehn Jahren nach der Geburt Diabetes Typ 2 (auch „Altersdiabetes“ genannt, obwohl die Patienten hier immer jünger werden). „Damit steigt auch ihr Risiko für Herz-Erkrankungen und Schlaganfall“, heißt es bei Baby und Familie. Wichtig sei es daher, die Werte auch nach der Geburt kontrollieren zu lassen.

 

Bewusste Ernährung und Ausdauersport können Blutzucker senken

Bei den meisten Betroffenen genügt es, wenn sie sich mehr bewegen und ihre Ernährung umstellen, damit ihre Zuckerwerte im empfohlenen Bereich liegen. „Regelmäßige Spaziergänge sowie Ausdauersportarten wie Walking oder Schwimmen können jedoch helfen, die Zuckerwerte zu senken“, heißt es bei Baby und Familie weiter. Auch bei der Ernährung lasse sich einiges tun: Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, gesüßte Getränke sowie Kohlenhydrate aus stark verarbeiteten Lebensmitteln gilt es zu meiden. Besser sind komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten: Die Glukose kommt langsamer ins Blut, der Blutzucker steigt nicht so stark an. Auch wichtig: gute Fette – etwa aus Raps- oder Leinöl oder Walnüssen – sowie täglich mindestens 500 Gramm Gemüse.

Stillen senkt Diabetes-Risiko – für Mutter und Kind

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes empfiehlt das Apothekenmagazin, ihr Baby unbedingt zu stillen: „Wer länger als drei Monate ausschließlich stillt, reduziert zum einen das Risiko, später selbst an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Zum anderen senken Sie so das Risiko, dass Ihr Kind stark übergewichtig wird.“

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Ernährung , Schwangerschaft , Stillen
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Mutter-Kind-Gesundheit“

Kind geplant? Schon schwanger? In der Stillzeit? Wenn Frauen da krank sind oder werden, brauchen sie medizinische Hilfe – und auch Medikamente. Aber wie sicher oder riskant ist das für das Kind? Ganz wichtig ist es, sich gewissenhaft zu informieren.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Diabetiker haben normalerweise ihre Krankheit von Geburt an, aufgrund eines Organ-Defekts der Bauchspeicheldrüse (Typ 1). Oder sie erwerben sie durch einen jahrelangen ungesunden Lebenswandel (Typ 2). Wissenschaftler sagen jetzt: Es geht auch beides.

Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer vorkommt. Doch Lebensmittel haben, wenn Getreide verarbeitet wurde, einen sehr unterschiedlichen Glutengehalt.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin