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Wie kann der Arzt eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostizieren?

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion stehen verschiedene Untersuchungen an. Doch welche Untersuchung zeigt was? Oft gibt erst das Gesamtbild Aufschluss.
Wie lassen sich an der Schilddrüse Fehlfunktionen diagnostizieren

Eine Schilddrüsen-Sonografie zeigt Organveränderungen

Dauernd schlapp, oft niedergeschlagen, immer wieder geschwollene Augen und schwankendes Gewicht? Ursache kann eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Doch wie lässt sich das feststellen?

Erste Hinweise auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse können Patienten selbst finden. Sie können ganz einfach im Spiegel überprüfen, ob die Schilddrüse am Hals vergrößert ist. Dann sprechen Experten von einem Struma. Umgangssprachlich ist vom Kropf die Rede.

Doch nicht jeder Kropf geht mit einer Schilddrüsenfehlfunktion einher und umgekehrt kann eine Schilddrüsenfehlfunktion nicht ausgeschlossen werden, wenn kein Struma vorliegt. Deshalb führt kein Weg an einem Arztbesuch vorbei, wenn Patienten Sicherheit über eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion haben wollen.

Zur sicheren Diagnose gehört die Tastuntersuchung nach wie vor dazu. Doch inzwischen stehen viele weitere verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Welche Untersuchungen erfolgen sollen und in welcher Reihenfolge, entscheidet der Arzt. Einige Schritte gehören aber zu jeder Abklärung einer Schilddrüsenfehlfunktion dazu.

Wichtig sind die Laborwerte der Blutuntersuchung

Bevor der Arzt Untersuchungen veranlasst, wird er den Patienten in einer sogenannten Anamnese befragen. Dabei geht es in erster Linie um die Beschwerden, Essgewohnheiten, eventuelle Vorerkrankungen und Schilddrüsenkrankheiten bei anderen Familienmitgliedern.

Dann wird dem Patienten Blut abgenommen, damit die Schilddrüsen-Hormonwerte im Labor bestimmt werden können. Dabei werden verschiedene Werte gemessen. Der wichtigste und aussagekräftigste ist der TSH-Wert. TSH steht für Thyreoidea stimulierendes Hormon. Zugleich sollten aber auch die T3 und T4-Werte (Trijodthyronin und Tetrajodthyronin) bestimmt werden. Diese beiden Hormone hängen mit der Jodaufnahme zusammen, die für die Schilddrüsenfunktion essenziell ist.

 

Welcher TSH-Wert ist normal?

Das TSH wird im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse gebildet. Als normal gilt ein TSH-Wert von 0,3 bis 4,0 mU/l. Liegt der TSH-Wert im Normbereich, gilt eine Schilddrüsenunterfunktion meist als ausgeschlossen. Ist der Wert jedoch erhöht, deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Als bestätigt gilt dieser Verdacht jedoch erst, wenn gleichzeitig die T3 und T4-Werte zu niedrig sind. Ausschlaggebend sind hier die sogenannten freien Werte. Sie sollten für T3 bei 3,5 – 8,0 ng/l und für die T4 bei 0,8 – 1,8 ng/dl liegen, um als normal zu gelten. Ist der TSH-Wert leicht erhöht, die T3- und t4-Werte aber im Normbereich, dann sprechen Mediziner von einer subklinischen Schilddrüsenunterfunktion.

Von Bedeutung können zudem die Laborwerte von zwei Antikörpern sein. Der TRAK-Wert gilt als normal, wenn er bei 9 – 14 U/l liegt. Der Normbereich für den TPO-Antikörper ist bei 100 – 200 U/l.

Zusätzlich zu den Laboruntersuchungen sollte unbedingt eine Ultraschalluntersuchung erfolgen. Sie kann Organveränderungen sichtbar machen. Eine sogenannte farbcodierte Duplexsonografie erlaubt inzwischen auch Rückschlüsse auf die Funktionstüchtigkeit der Schilddrüse.

Foto: nerthuz – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorie: Medizin
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24.04.2016, aktualisiert: 23.01.2020

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