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Wie finde ich einen guten Hausarzt?

Für viele ist der Hausarzt ein jahrzehntelanger Begleiter, der die Krankheitsgeschichte seiner Patienten oder ganzer Familien kennt. Doch vor allem in ländlichen Gebieten ist es oft gar nicht so einfach, einen zu finden – erst recht den idealen. Hier ein paar Tipps, damit die Hausarztsuche leichter gelingt.
Junge Hausärztin hält älterer Patientin die Hand.

Patienten können ihren Hausarzt in Deutschland frei wählen. Aber die oder den richtigen zu finden, ist oft eine Kunst.

Ob bei Halsschmerzen, einem verstauchten Fuß oder Grippesymptomen: Der Hausarzt ist für viele Patienten der erste Ansprechpartner, wenn es gesundheitliche Probleme gibt. Hausärzte sind in der Lage, für ein breites Spektrum von Beschwerden die Erstbehandlung zu leisten. Bei Bedarf lotsen sie Patienten weiter zu Fachärzten, anderen Heilberufen wie Physiotherapeuten oder zur stationären Behandlung im Krankenhaus. In der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung spielen sie also eine Schlüsselrolle. Eine Umfrage der AOK verdeutlicht den Stellenwert, der Hausärzten beigemessen wird. Bei der Frage „Was ist Ihnen bei der Infrastruktur an Ihrem Wohnort am wichtigsten?“ rangiert die Gesundheitsversorgung auf Platz eins und im Detail die Verfügbarkeit von Hausärzten. Dies ist den meisten noch wichtiger als gute Einkaufsmöglichkeiten oder der öffentliche Nahverkehr.

Hausarzt: Oft ein jahrzehntelanger Begleiter

Oft ist der Hausarzt ein jahrzehntelanger Begleiter, der die Krankheitsgeschichte seiner Patienten oder ganzer Familien kennt. „Ihm fällt es deshalb häufig leichter, Symptome richtig einzuordnen, Diagnosen zu stellen und bei der Therapie zu begleiten", sagt Hans-Michael Mühlenfeld, Vorsitzender des Bremer Hausärzteverbandes, im Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Der Hausarzt ist zugleich für Prävention zuständig, für Impfungen oder die Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen - etwa zur Darmkrebsprävention.

 

Hausärzte werden bald auch Corona-Impfungen durchführen

Im Zuge der COVID-19-Pandemie könnte die Rolle der Hausärzte an Gewicht gewinnen. Während Massenimpfungen zunächst in zentralen Impfzentren stattfinden (die oft aber eine Anreise erfordern), sollen Corona-Impfungen mittelfristig stärker lokal und dezentral bei Hausärzten stattfinden. Im deutschlandweit ersten Pilotprojekt in Mecklenburg-Vorpommern können sich Patienten schon jetzt in ihrer persönlichen Praxis gegen das Virus immunisieren lassen.

Vier Sorten von Hausärzten

Doch wie findet man einen guten Hausarzt? Grundsätzlich bieten in Deutschland vier Gruppen von Ärzten hausärztliche Versorgung an:

  1. Fachärzte für Allgemeinmedizin
  2. hausärztlich tätige Fachärzte für Innere Medizin (Internisten)
  3. sogenannte praktische Ärzte, also Ärzte ohne Facharztstatus
  4. Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin.

Hausärzte können als Freiberufler in Einzelpraxen oder in Praxisgemeinschaften organisiert sein oder als angestellte Ärzte in Medizinische Versorgungszentren (MVZ).

Wichtiges Kriterium: Wohnortnähe

Bei der Suche nach einem geeigneten Hausarzt spielt als erstes die Entfernung Wohnort-Praxis eine Rolle. Wenn man krank ist, mag man keine langen Wege zurücklegen müssen. Eine Nähe zum eigenen Wohnort macht umgekehrt Hausbesuche des Hausarztes eher möglich, sollte man einmal krankheitsbedingt ans Bett gefesselt sein.

Wo ist der nächste Hausarzt? Arztsuche-Portale helfen

Weil die Zahl der Landärzte seit vielen Jahren kontinuierlich schwindet, stellt sich für viele Bewohner von Dörfern oder Städtchen vor der Frage nach dem idealen Hausarzt zunächst die Frage, überhaupt einen zu finden. Oft gibt es nur einen am Ort – immerhin. Aber auch in Städten, wo die Versorgung mit Ärzten rein statistisch üppiger aussieht, können auch Hausarztpraxen ziemlich ungleich verteilt sein. Oder: Sie sind ausgelastet und nehmen deshalb keine neuen Patienten mehr an. Um in solchen Fällen überhaupt erst mal einen Hausarzt in der Nähe zu finden oder ein paar zur Auswahl, eignet sich die Arztsuche-Plattform der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sowie die „Weiße Liste" der Bertelsmann-Stiftung. Auch Krankenkassen helfen einem bei der Suche nach einem Hausarzt weiter.

Samstags- oder Feierabend-Sprechstunde für Berufstätige

Hat man einen oder mehrere Hausärzte in der Gegend ausfindig gemacht, kann ein Blick auf die Webseiten der Praxen hilfreich sein. Zusatzqualifikationen oder Feierabendsprechstunden für Berufstätige können die Entscheidung erleichtern. „Vorsichtig sollte man mit Bewertungen auf einschlägigen Online-Portalen umgehen“, raten die Experten der Apotheken Umschau. „Diese können zwar die Arztsuche beschleunigen, doch auf Sternchen und Kommentare sollte man sich nicht zu stark verlassen – diese geben nur grobe Anhaltspunkte.“

Wie ein idealer Hausarzt aussehen kann

Viel mehr als bei Fachärzten, die man oft nur vorübergehend und aufgrund ihrer Spezialisierung aufsucht, spielen beim Hausarzt die Sympathie eine Rolle sowie das Gefühl, sich ernstgenommen, rundum gut versorgt und aufgehoben zu fühlen. Dass der Hausarzt einem zuhört, dass gemeinsam über eine Behandlung entschieden wird und dass offene Gespräche möglich sind – auch darüber, dass man einmal mit einer Entscheidung des Arztes nicht einverstanden ist.

Familie und Freunde: Die besten Ratgeber bei der Arztsuche

So einfach wie hilfreich kann es sein, Familienangehörige, Freunde oder Arbeitskollegen nach Tipps für einen guten Hausarzt zu fragen. Laut „Weißer Liste“ spielen Weiterempfehlung durch Familienmitglieder oder Freunde bei der Hausarztwahl – noch viel stärker als bei der Facharztwahl – eine entscheidende Rolle. Die besten Empfehlungsraten aller Arztgruppen bekommen demnach Internisten mit 89 und Allgemeinmediziner mit 88 Prozent. Weil Hausärzte oft die persönliche Situation von Patienten kennen und deren Vertrauen genießen, können sie auch bei psychischen Problemen oder Konflikten einen besseren Zugang zum Patienten haben als mancher Spezialist und deshalb oft sogar die psychologische Grundversorgung übernehmen.

Foto: Konstantin Yuganov

Hauptkategorie: Medizin
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