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Wie Divertikulitis und Darmkrebs zusammenhängen

Immer mehr Menschen leiden unter Divertikulitis, einer Entzündung der Darmschleimhaut. Oft sind die Verläufe unkompliziert. Allerdings ist bei den Betroffenen das Risiko für Darmkrebs erhöht. Das zeigt eine Studie aus Dänemark.
Divertikulitis

Zwischen Divertikulitis und Darmkrebs besteht ein Zusammenhang

Divertikel, Ausbuchtungen in der Darmschleimhaut, sind meistens harmlos. Doch wenn sie sich entzünden und eine Divertikulitis entsteht, wird eine Behandlung notwendig. Da Entzündungen nach heutigem Wissensstand außerdem mit Krebserkrankungen assoziiert sind, haben dänische Forscher nun geprüft, ob dies auch für Divertikulitis gilt. Für ihre Studie analysierte das Wissenschaftler-Team um Laura Mortensen von der Universität Kopenhagen die Daten von 40.496 Divertikulitis-Patienten und stellte diese den Angaben von jeweils zehn gesunden Personen gleichen Alters und Geschlechts gegenüber. Wie sich zeigte, hatten die Patienten mit Divertikulitis tatsächlich ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs.

Darmkrebs-Risiko verdoppelt sich

4,3 Prozent der Patienten, die eine Divertikulitis hatten, bekamen auch die Diagnose Darmkrebs – in der Kontrollgruppe waren es hingegen nur 2,3 Prozent. Damit war das Risiko von Divertikulitis-Patienten für Darmkrebs etwa doppelt so hoch. Bei den meisten Patienten war die Krebserkrankungen erst nach der Entdeckung der Divertikulitis festgestellt worden. 34 Prozent  hatten zuerst die Diagnose Darmkrebs erhalten. Bei 57 Prozent der Patienten wurden beide Diagnosen innerhalb eines Jahres gestellt. Für die weitere Analyse wurden die Patienten, bei denen der Krebs der Divertikulitis vorangegangen war, nicht berücksichtigt.

Eine zunächst naheliegende Erklärung für den Zusammenhang wäre, dass bei Patienten, bei denen bereits eine Divertikulitis bekannt ist, öfter eine Koloskopie durchgeführt und daher auch öfter Darmkrebs entdeckt wird. Doch dies erwies sich nicht als hinreichende Erklärung für die höhere Rate von Krebsfällen: Bei koloskopierten Patienten war Krebs sogar dreimal häufiger bei Personen ohne Divertikulitis. Umgekehrt hatten in der Gruppe ohne Koloskopie die Divertikulitis-Patienten ein doppelt so hohes Krebsrisiko wie die Personen der Kontrollgruppe. Das spricht eher für einen direkten Zusammenhang beider Erkrankungen.

 

Divertikulitis immer verbreiteter

Ein weiterer Hinweis für einen direkten Zusammenhang war die Tatsache, dass eine erfolgreiche Behandlung der Divertikulitis das Risiko für Darmkrebs minderte. Patienten, bei denen der betroffene Darmabschnitt entfernt wurde, bekamen seltener Krebs als nicht-operierte Patienten – möglicherweise weil durch den Eingriff auch Krebsvorstufen entfernt wurden. Die Studienautoren sehen daher eine enge Assoziation zwischen Divertikulitis und Darmkrebs. Sie empfehlen nach ausgeheilter Divertikulitis eine gründliche endoskopische Überwachung.

Divertikel treten immer häufiger auf. Zunehmend sind auch junge Menschen betroffen. Die Gründe werden in den modernen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten vermutet. Zu wenig Ballaststoffe, viel rotes Fleisch, Tabak- und Alkoholkonsum sowie zu wenig Bewegung können zur Entstehung von Divertikeln und zu Entzündungen der Darmschleimhaut beitragen.

Foto: © ALDECAstudio - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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