Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie das Wetter unseren Blutdruck beeinflusst

Temperaturen machen Adern eng und weit; der Luftdruck als wichtigster messbarer Wetterindikator setzt direkt an den Druckrezeptoren in unseren Blutgefäßen an. Frauen reagieren auf Wetterwechsel sensibler als Männer; ältere Menschen leiden darunter häufiger als jüngere: Was das Wetter mit unserem Blutdruck macht.
Barometer zeigt Sturm, Regen, Wind.

Menschen mit hohem wie niedrigem Blutdruck leiden besonders bei Wetterlagen wie Sturmtiefs oder Nieselregen.

Erst kalt, dann warm – erst trocken, dann feucht: Wetterwechsel sind bekannt dafür, dass sie bei wetterfühligen Menschen zu Unwohlsein führen können, zu Antriebslosigkeit oder Stimmungsschwankungen. Sie können aber auch bestimmte Krankheitssymptome auslösen. Kältere Luft etwa führt zu Gelenk- und Weichteilbeschwerden, drückende Hitze zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Zu den bekanntesten Wetterbeschwerden gehören Kopf- und Gelenkschmerzen, Atembeschwerden, Narbenjucken. Und: Blutdruckschwankungen.

Temperaturen erweitern und verengen Adern

Thermische Einflüsse wie starke Kälte können Gefäße verengen und den Blutdruck steigern. Im Gegensatz dazu führen rasch steigende Temperaturen zu Gefäßerweiterung, Absinken des Blutdrucks und einer Förderung der Ödembildung im Körper, mit der Folge, dass man sich schlapp und müde fühlt. „Wir wissen, dass Menschen mit hohem wie niedrigem Blutdruck unter Wetterlagen wie Sturmtiefs und Nieselregen besonders leiden“, sagt Maximiliane Deckart, Leiterin der Schmerzmedizin am Helios St.Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen. „Frauen reagieren auf Wetterwechsel sensibler als Männer. Ältere Menschen leiden darunter häufiger als jüngere.“

 

Tiefdruck wirkt auf Druckrezeptoren in den Blutgefäßen

Tiefdruckgebiete – egal ob Kalt-oder Warmfront – sind für die negativen Wirkungen des Wetters verantwortlich, stabile Hochdruckgebiete mit Sonnenschein, kalt oder warm sorgen für Wohlbefinden. Es wird vermutet, das kurze elektromagnetische Impulse, die sich beim Aufeinandertreffen von Kalt-und Warmfronten und vor Gewittern entladen, verantwortlich sein könnten. Der menschliche Körper ist leitfähig für diese elektromagnetische Veränderung  und spürt diese bereits bevor das Wetter sich ändert.  Fachärztin Deckart zur Erklärung:  „Druckrezeptoren in den Gefäßen werden bei Wechsel vom Hochdruck zum Tiefdruck bei empfindlichen Personen aktiviert und haben einen Einfluss auf Kopfschmerzen, Blutdruck und Herzprobleme.“

So macht man den Körper wetterunabhängiger

Die Anpassungsfähigkeit des Körpers gegenüber den Wirkungen der Wetterlage lässt sich durch Bewegung, Anwendungen und Übungen stärken. Hierzu zählen:

  • regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft
  • Regelmäßiger Sport im Sinne eines leichten körperlichen Ausdauertrainings (Gymnastik, Schwimmen, Tanzen)
  • Saunabesuche
  • Wechselduschen
  • Kneippsche Güsse.

(Quelle: Helios-Kliniken)

Mental-Trainings gegen Verstimmung und Schlafstörungen

Neben den rein körperlichen Methoden können auch sanfte Entspannungsverfahren wie autogenes Training, Yoga, Qi Gong helfen und die durch Wetterwechsel hervorgerufenen Phänomene wie Konzentrations- und Schlafstörungen, Verstimmungen und Reizbarkeit positiv beeinflussen.

Foto: m.noch

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Bluthochdruck , Gelenkschmerzen , Kopfschmerzen , Entspannungstechniken
 

Weitere Nachrichten zum Thema Blutdruck

06.01.2021

Jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat zu hohe Blutdruckwerte. Eine Gemeinschaftsstudie von 16 deutschen Universitäten und Instituten bestätigt jetzt, dass arterielle Hypertonie ein eigenständiger Risikofaktor auch für schwere COVID-19-Verläufe ist – vor allem, wenn sie nicht medikamentös behandelt wird.

04.09.2020

Einen niedrigen Blutdruck haben in Deutschland bis zu drei Millionen Menschen. Viele Betroffene fühlen sich durch die Beschwerden beeinträchtigt. Ein Experte erklärt, wie man ihn selbst behandeln kann.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Im Profi-Sport wird den Zellbausteinen seit ein paar Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Durch spezielle Trainingsmaßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel lässt sich die körperliche Leistungsfähigkeit offenbar enorm steigern.

Mitarbeiter im Gesundheitswesen kämpfen an vorderster Front: Viele kamen während der Pandemie an die Grenzen dessen, was Menschen aushalten können. Eine Studie der Universität Bonn zeigt: Besonders in einer Berufsgruppe haben Ängste und Depressionen behandlungsbedürftige Dimensionen erreicht.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin