. Schwerhörigkeit

Wie bitte? Besser hören in lauter Umgebung

Hintergrundgeräusche sind selbst für gesunde Ohren eine Herausforderung. Wie man einem Gespräch in lauter Umgebung besser folgen kann, haben nun britische Wissenschaftler ermittelt. Der Trick ist denkbar einfach.
Vielen Menschen gelingt es nicht, Hintergrundgeräusche auszublenden. Dann hilft der Trick mit dem einen Ohr

Vielen Menschen gelingt es nicht, Hintergrundgeräusche auszublenden. Dann hilft der Trick mit dem einen Ohr

Jeder kennt so eine Situation: Im Restaurant kann man den Gesprächspartner kaum noch verstehen, weil die Musik zu laut ist oder der Laden einfach voll ist. Selbst wer ansonsten gut hört, kann von der situativen Schwerhörigkeit betroffen sein. Besonders trifft es Menschen, die Schwierigkeiten haben die Hintergrundgeräusche einfach auszublenden. Durch das angespannte Zuhören, kann es außerdem zu Kopfschmerzen kommen. Der Abend ist dann gelaufen. Dabei hilft ein denkbar einfacher Trick: Ein Ohr zum Gesprächspartner drehen.

Herausgefunden haben das Wissenschaftler von der Cardiff University in Großbritannien in einer Studie. Die Studie war zwar für Menschen mit Cochlear-Implantat konzipiert, die Empfehlung gilt jedoch auch für Gesunde.

Der Dreh mit dem Ohr

„Lärm kann für jeden zum Problem werden, insbesondere aber für jemanden mit Cochlear Implantat“, sagt Dr. Jacques Grange vom Psychologischen Institut der Cardiff University. Die Studie habe zeigt, „dass das einfache Drehen eines Ohrs in Richtung Gesprächspartner, das Hören in lauter Umgebung deutlich verbessert.“ Unterm Strich sei es besser mit einem Ohr gut zu verstehen, als bloß mittelmäßig mit beiden, so der Psychologe. Zusätzlich empfehlen die Wissenschaftler, dem Gesprächspartner auf die Lippen zu schauen. Kombiniert mit einer Drehung des Kopfes um 30 Grad, könne das den Effekt noch verstärken.

In den Experimenten wurden normal Hörende einer realistischen Restaurant-Situation ausgesetzt. Dabei wurden drei Kopfhaltungen getestet: den Gesprächspartner gerade anschauen, mit einer 30-Grad-Drehhung des Kopfes nach links und mit einer 30-Grad-Drehhung des Kopfes nach rechts. Die Daten zeigten, dass die Drehung des Kopfes – egal in welche Richtung – das Verstehen deutlich verbesserte.

 

Ein Trick für jedermann

Die Forscher hoffen nun, mit ihren Ergebnissen breites Gehör zu finden. Jeder könne diesen Trick anwenden, aber insbesondere Cochlear Implantat-Träger könnten davon profitieren, meint Dr. Ralph Holme, von der Organisation Action on Hearing Loss, die die Studie finanziert hat. „Wir werben in Bars, Restaurants und Cafés, damit dort mehr für eine bessere Akustik getan wird und damit das Zuhören für Schwerhörige einfacher wird.“

Foto: © Brian Jackson - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Cochlea-Implantat
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schwerhörigkeit

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die Ursachen von Multipler Sklerose (MS) sind noch nicht hinreichend verstanden. Zunehmend geraten B-Zellen in Verdacht, Schäden in der Hirnhaut auszulösen. Eine neue Arbeit der TU München liefert nun wertvolle Erkenntnisse.
Die Deutschen nehmen immer mehr Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Ob das sinnvoll ist, bleibt jedoch fraglich. Die Verbraucherzentralen warnen unter anderen davor, dass viele Präparate zu hoch dosiert sind.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.