Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie bitte? Bei der Maske fehlt das Lippenlesen

Montag, 31. Januar 2022 – Autor:
Gesichtsmasken erschweren die Verständigung. Nach einer neuen Studie liegt das weniger am Hören als am Sehen. Denn wir können die Worte unseres Gegenübers nicht von den Lippen ablesen.
Studie: Dass ein Gesprächspartner schlechter zu verstehen ist, wenn er eine Gesichtsmaske trägt, hat vornehmlich visuelle Gründe

Studie: Dass ein Gesprächspartner schlechter zu verstehen ist, wenn er eine Gesichtsmaske trägt, hat vornehmlich visuelle Gründe – Foto: © Adobe Stock/ eldarnurkovic

Ob Stoffmaske oder medizinische Maske – ein Mund-Nasenschutz beeinträchtigt die Verständigung. Ein Grund liegt auf der Hand: Masken dämpfen die Akustik. Folglich können wir unser Gegenüber oft gar nicht oder nur sehr schlecht verstehen. Doch das ist nicht alles. Nach einer neuen Studie der Universität Oldenburg trägt das fehlende Lippenlesen noch viel stärker zu Verständigungsproblemen bei als schlechtes Hören.

Sprachverstehen in verschiedenen Szenarien getestet

Für den Versuch spielte das Team um den Hörforscher Rasmus Sönnichsen Probanden mehrere Sätze vor. Mal hörten sie nur den Ton, dann sahen sie dazu auch das Video der Sprecherin. Im weiteren Versuchsverlauf war der Mund der Sprecherin von einer virtuellen Maske bedeckt. Dazu hörten die Versuchspersonen entweder den Originalton oder einen mit akustischer Dämpfung, wie sie für die beiden untersuchten Maskentypen typisch ist.

Die Auswertung zeigt: War der Mund der Sprecherin hinter einer Maske versteckt, sank das Sprachverstehen umgerechnet um etwa ein Drittel – trotz gleicher Tonqualität. Das gleiche Ergebnis zeigte sich, wenn die Probanden die Sprecherin gar nicht sehen konnten.

 

Die Augen hören mit

„Die Untersuchungen zeigen, dass sich die visuellen Einschränkungen stärker auswirkten als die akustische Dämpfung durch die Masken“, fassen die Studienautoren das Ergebnis zusammen. Es sei das fehlende Lippenlesen, das die Verständigung erschwere. Dabei verschlechterte die Stoffmaske die Verständlichkeit wiederum etwas stärker als die medizinische Maske. Aktuell führt das Team Messungen mit FFP2-Masken durch.

Die Ergebnisse der Studie „How Face Masks Interfere with Speech Understanding of Normal-Hearing Individuals: Vision Makes the Difference” sind jetzt im Fachmagazin Otology & Neurotology erschienen.

Hauptkategorie: Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesichtsmasken

Corona-Masken verringern das Infektionsrisiko. Der Preis dafür: Sie dämpfen die Lautstärke und verschlechtern die Fähigkeit, sich klar zu artikulieren. Das macht zuhören und verstehen anstrengend und verleitet viele dazu, die Maske dafür abzunehmen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Halle haben jetzt die Kommunikation unter Pandemie-Bedingungen erstmals mit psychoakustischen Messverfahren untersucht.

16.01.2021

FFP2-Masken können zu Virenschleudern werden. Doch Wegwerfen muss nicht unbedingt sein. Die Masken können auch desinfiziert und wiederverwendet werden. Bloß auf das richtige Desinfektionsverfahren kommt es an.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
„Im Höhenflug“ sein oder „ganz geknickt“: Die Seelenlage kann sich über die Körperhaltung artikulieren. Umgekehrt kann aber auch die Körperhaltung eine Rückwirkung auf die Selbstwahrnehmung und das Verhalten besitzen. Das zeigt eine deutsch-amerikanische Studie.

40 Mal häufiger „schwere Nebenwirkungen“ bei Covid-19-Geimpften als offiziell angegeben – zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie des Charité-Professor Harald Matthes. Medienberichten zufolge hat sich die Charité von der Studie distanziert.

 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin