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Wie Big Data helfen kann, die richtige Krebstherapie zu finden

In Minutenschnelle zur optimalen Krebstherapie? Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) zeigt, wie das mit Hilfe von Big Data gelingen kann!

Mehr Wissen dank Big Data!

Auf einer Wissenschaftler-Tagung zum Thema "Big Data in der Medizin" hat das gastgebende Institut eine neue Lösung präsentiert, mit der in Minutenschnelle die für einen Krebspatienten optimale Chemotherapie ermittelt werden kann. „Bislang dauerte es oft Wochen, bis Onkologen den weltweit wachsenden Bestand an Daten über Untersuchungs- und Test-Ergebnisse ausgewertet hatten“, heißt es beim Potsdamer Institut. Zusammen mit dem Berliner Forschungspartner Charité nutzt das HPI nun eine von ihm entwickelte Höchstgeschwindigkeits-Datenbank. Dadurch könnten Ärzte zum Beispiel das Ansprechen von Tumoren auf bestimmte Medikamente besser vorhersagen und die Wirkstoffmengen reduzieren, heißt es.

Zusammenhänge besser erkennen - das ist ein großer Gewinn für die Ärzte!

"Krebsforscher versetzen wir außerdem in die Lage, Zusammenhänge zwischen Varianten in den Erbanlagen von Patienten und der Wirkung von Medikamenten bei diesen zu ermitteln", erläutert HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel auf dem Symposium, dessen Mitveranstalter die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina war. Annahmen könnten so erstmals innerhalb von Minuten überprüft und Indikatoren für die Auswahl von bestimmten Kombinations-Therapien abgeleitet werden.

"Wir kombinieren Daten historischer Fälle, um bei der Auswahl der passenden Behandlung für akute Patienten zu unterstützen", erklärt HPI-Wissenschaftler Dr. Matthieu-P. Schapranow. Die Informationen über Patienten, Tumore und Medikamentenwirkungen würden mit neusten medizinischem Wissen aus aller Welt verknüpft. Ein mathematisches Modell bewerte die Daten verschiedener Patienten und ermögliche so eine Prognose der individuellen Ansprache eines einzelnen Patienten auf ein spezifisches Medikament in Echtzeit.

Drei von vier Chemotherapien ohne den gewünschten Erfolg - Big Data kann  helfen!

Schapranow verwies auf Untersuchungen amerikanischer Forscher aus dem Jahr 2012, wonach drei von vier Chemotherapien nicht den gewünschten Erfolg erzielten. An dem Potsdamer Symposium zur Nutzung riesiger Datenmengen in der Medizin nahmen mehr als 80 geladene Forscher und Industrievertreter teil. Ihnen ging es laut Pressemitteilung darum, internationale Ansätze in der biomedizinischen Grundlagenforschung, der individualisierten Medizin und der klinischen Praxis zu erörtern. Darüber hinaus sollten „Lösungsansätze für Probleme der Handhabung, Interpretation und Verwendung riesiger Datenmengen“ diskutiert werden.

Foto: Fotolia - Mikko Lemola

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik

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