, aktualisiert: 
. Polizeibienen

Wie Bienen Drogen aufspüren könnten

Bienen könnten die Polizeiarbeit unterstützen, so die Nachricht der Gewerkschaft Polizei (GdP). Die Insekten seien dank ihres außergewöhnlichen Geruchsinns hervorragend geeignet, Substanzen wie Drogen, aber auch Menschen aufzuspüren, teilte die Gewerkschaft in ihrer Mitgliederzeitschrift mit.
Polizeibienen, Bienen, Drogenfahnung

Bienen haben jetzt schon viel zu tun: Blumen bestäuben, Honig produzieren - nun sollen sie auch noch die Polizei bei der Drogenfahnung unterstützen

Bienen, die wie Hunde der Polizei bei der Drogenfahndung helfen? Was zunächst wie ein Witz klingt, könnte irgendwann durchaus Realität werden. Forschungen dazu laufen bereits. Die Idee geht auf eine Initiative des LOEWE-Zentrums für Insektenbiotechnologie an der Universität Gießen zurück. Der Geruchssinn von Bienen ist hier schon seit Jahren Bestandteil der Forschungsarbeit. Auch Sonja Kessler, 22-jährige Kommissarin aus Köln, hat in ihrer Bachelorarbeit darüber berichtet. Ihre Arbeit zu den „Rauschgift-Bienen“ wurde auf dem europäischen Polizeikongress mit dem „Zukunftspreis Polizeiarbeit“ ausgezeichnet.

Bienen über Stromstöße konditioniert

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die Erkenntnisse aufgegriffen. Das Urteil der Gewerkschaft: Es handele sich um eine „mögliche Revolution für die Polizeiarbeit“. Dank ihres Geruchssinns sollen sich Honigbienen, ähnlich wie Hunde, abrichten lassen, berichtet die GdP in ihrer Mitgliederzeitschrift. Auch der Tagesspiegel berichtete.

Die Bienenausbildung funktioniert dabei über schwache Stromstöße. Da soll für die Tiere angeblich nicht gefährlich sein, aber durchaus unangenehm. Die Bienen werden dabei in einen kleinen, flachen Kasten gesperrt. Anschließend wird von einer Seite der Duft einer speziellen Droge eingeleitet und die jeweilige Seite unter Strom gesetzt. Für die Biene soll sich dadurch der Geruch mit einem Gefühl von Bedrohung verbinden. Kommt sie das nächste Mal in die Nähe der Droge, wird sie versuchen zu fliehen oder ihren Stachel hervorstrecken.

 

Polizeibienen länger einsetzbar als Hunde

Auf einem Flughafen könnte das Prozedere dann folgendermaßen aussehen: Eine Maschine saugt Luft aus den Koffern und setzt diese den Bienen vor, die in ihren Kästen warten. Zeigen sich die Insekten gereizt, befinden wahrscheinlich illegale Substanzen in dem Gepäckstück. So erklärt es Andreas Vilcinskas, Leiter des Gießener Instituts für Insektenbiotechnologie.

Die Vorteile gegenüber dem klassischen Spürhund sollen die geringeren Kosten, die schnellere Ausbildungszeit und die längere Einsatzdauer sein. Während Hunde nach etwa 20 Minuten eine Pause brauchen, können Bienen offenbar bis zu 48 Stunden durcharbeiten.

Allerdings gibt es noch einige Probleme zu lösen. Das sind zum einen ganz praktische Überlegungen der Durchführbarkeit. Auch besteht bei der Arbeit mit Bienen natürlich eine erhöhte Verletzungsgefahr. Ebenso ist zu fragen, was die Arbeit für die Bienen bedeutet. Denn während die Erziehung von Hunden zu "Drogenschnüfflern" in erster Linie über Spiel und Spaß geschieht, scheint das "Abrichten" der Bienen und auch ihr Einsatz eher unangenehm für sie zu sein. Allzu bald wird daher nicht damit zu rechnen sein, dass Bienen tatsächlich als „Drogenschnüffler“ zum Einsatz kommen.

Foto: © bjoerno - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Drogen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Drogen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Die Sepsis – gemeinhin als Blutvergiftung bezeichnet – ist eine unterschätzte, gefährliche medizinische Notfallsituation. Mit der durch das Coronavirus ausgelösten COVID-19 Erkrankung hat die Sepsis eine größere Aufmerksamkeit bekommen. Sehr häufig entwickeln Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf von COVID-19 eine tödlich verlaufende Sepsis. Über das rechtzeitige Erkennen einer Sepsis, qualifizierte Kliniken zur Therapie sowie die notwendige Aufklärung der Bevölkerung über die Sepsis hat Gesundheitsstadt Berlin mit Prof. Dr. Konrad Reinhart, Gründungsdirektor der Deutschen Sepsis Gesellschaft und der Global Sepsis Alliance, in einem Podcast gesprochen.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.