Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Wie beeinflussen Ernährung und Übergewicht das Brustkrebsrisiko?

Donnerstag, 7. Februar 2013 – Autor: Anne Volkmann
Dass Gewicht und Ernährung das Risiko für Brustkrebs beeinflussen können, ist bekannt. Ein amerikanisches Forscherteam hat nun gezeigt, wie genau diese Faktoren das Tumorwachstum beschleunigen können.
Gesunde Ernährung bei Brustkrebs wichtig

Eine gesunde Ernährung ist bei Brustkrebs wichtig

Übergewicht und hyperkalorische Ernährung steigern das Brustkrebsrisiko. Diese bekannte These haben nun Experimente eines Forscherteams um Erin Giles von der Universität von Colorado in Aurora bestätigt und zudem gezeigt, wie genau das Wachstum von Tumoren durch die Ernährung beeinflusst wird. Am Mausmodell konnten die Wissenschaftler zeigen, dass übergewichtige Tiere mit einem Mammakarzinom, die künstlich in die Menopause versetzt worden waren, überschüssige Fette und Kohlenhydrate unter anderem im Tumorgewebe speichern.

Die Tumoren nutzten die Energie gezielt für ihr Wachstum. Durch eine verstärkte Bildung von Progesteron-Rezeptoren wurde das Tumorwachstum stimuliert. Dabei ging der veränderte Rezeptorstatus auch mit einer Umstellung des Zellstoffwechsels einher. Durch die vermehrte Bildung von glykolytischen und lipogenen Enzymen wurde dafür gesorgt, dass die Zellen Fette und Zucker für die Energiegewinnung nutzen konnten.

Krebshemmende Wirkung von Metformin

Die Forscher lieferten bei ihren Experimenten auch einen Ansatz zur Behandlung des Krebses. Sie gaben den Tieren Metformin, ein orales Antidiabetikum, das die Progesteron-Rezeptoren beeinflusst und das Körpergewicht positiv verändern kann. Seit einiger Zeit wird dem Medikament auch eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben, was aufgrund des gezeigten Zusammenhangs zwischen Energiegewinnung und Tumorwachstum nicht verwunderlich ist.

Tatsächlich kam es bei den Tieren unter der Therapie mit Metformin zur Rückbildung der Tumoren. Ob sich allerdings dadurch tatsächlich bei postmenopausalen Frauen das Brustkrebsrisiko senken lässt, muss noch durch klinische Studien belegt werden. Immerhin deutet die Studie darauf hin, dass Metformin eine exzessive Gewichtszunahme während der Menopause verhindern könnte. Metformin ist allerdings nicht der einzige Weg, eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Die Studienautoren erinnern daran, dass dies auch durch Sport oder eine Diät möglich ist.

 

Brustkrebs: Höhere Sterblichkeitsraten durch Gewichtszunahme

Schon frühere Studien haben mit überzeugender Evidenz gezeigt, dass ein hoher BMI (Body-Mass-Index) mit einer schlechteren Prognose für Frauen mit Brustkrebs assoziiert ist. Auch eine Gewichtszunahme nach Diagnosestellung ist mit einer erhöhten Sterblichkeit verknüpft. Ferner scheint eine Kost mit hohem Obst- und Gemüseanteil sowie reichlich Vollkornprodukten bei begrenzter Fettzufuhr mit einer günstigeren Prognose einherzugehen. Für Mikronährstoffe und Supplemente sowie antioxidative Lebensmittel liegt dagegen kein Wirknachweis vor.

Bild: PhotoSG - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Brustkrebs , Ernährung , Übergewicht
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ernährung

28.05.2019

Dass der Genuss von zuckerhaltigen Limonaden ein Gesundheitsrisiko darstellt ist bekannt. Doch auch der Konsum von vermeintlich gesunden, 100-prozentigen Fruchtsäften, erhöht das Sterberisiko. Das zeigt eine US-Studie.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Kann ein „übersäuerter“ Körper auf Dauer krank machen? Professor Dr. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Zentrum für Ernährungsforschung erläutert, ob die Befürchtung wirklich zutrifft.
 
Weitere Nachrichten
Etwa 5 Prozent der Bevölkerung verträgt kein Gluten. Das ist ein Klebereiweiß, das in Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer vorkommt. Doch Lebensmittel haben, wenn Getreide verarbeitet wurde, einen sehr unterschiedlichen Glutengehalt.


Ob in der Arztpraxis oder im Fitnessstudio: Der BMI gilt als beliebte Methode um festzustellen, ob jemand zu dick ist. Wissenschaftler kritisieren das. Der BMI unterscheide nicht zwischen Muskeln und Fett und sage nichts über die Fettverteilung aus.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin