. Body-Building

Wie Anabolika dem Herzen schaden

Wer Anabolika langfristig einnimmt, nimmt irreversible Schäden der Herzfunktion in Kauf. Das fanden Forscher in einer aktuellen Studie heraus. Über 70 Prozent der Anabolika-Konsumenten wiesen eine eingeschränkte Pumpfunktion des linken Ventrikels auf.
Anabolika schaden dem Herzen

Immer mehr Freizeitsportler nehmen Anabolika ein

Steroide Anabolika wie Testosteron werden schon längst nicht mehr nur von Leistungssportlern konsumiert. Auch viele Freizeitsportler greifen immer öfter zu den Hormonen, um schnell Muskelmasse aufzubauen. Dabei können Anabolika das Herz-Kreislauf-System schädigen, wie schon seit langem bekannt ist. Wie groß die Schäden sein können, war bislang allerdings umstritten. Nun hat eine aktuelle Studie gezeigt, dass sowohl die systolische als auch die diastolische Ventrikelfunktion des Herzens durch regelmäßigen Anabolika-Konsum stark beeinträchtigt wird.

Eingeschränkte Herzleistung bei 71 Prozent der Anabolika-Nutzer

Für ihre Studie untersuchte das Forscherteam um Dr. Aaron Baggish vom Massachusetts General Hospital in Boston 140 Männer zwischen 34 und 54 Jahren, die in ihrer Freizeit Gewichte stemmten. 86 der Studienteilnehmer hatten mindestens zwei Jahre lang anabol-androgene Steroide eingenommen, 58 von ihnen taten dies zum Untersuchungszeitraum immer noch. Als Kontrollgruppe dienten 54 Probanden, die nie Anabolika eingenommen hatten.

Wie sich zeigte, wiesen 71 Prozent der Anabolika-Konsumenten eine eingeschränkte Pumpfunktion des linken Ventrikels auf; in der Kontrollgruppe waren es nur zwei Personen. Bei den Sportlern, die früher Anabolika konsumierten, damit aber aufgehört haben, war die Pumpfunktion des linken Ventrikels wieder normal. Anders die diastolische Funktion des Herzens: Sie war auch bei den Probanden, die keine Steroide mehr einnahmen, weiterhin reduziert. Offenbar lagen hier bereits irreversible Schäden vor, so die Studienautoren.

Risiko für Atherosklerose erhöht

Wie erwartet, ging der Missbrauch von anabolen Steroiden mit einer krankhaften Herzmuskelzunahme einher: Dabei verdicken sich die Wände der linken Herzkammer, während sich der Innendurchmesser nicht vergrößert, sondern die Herzhöhle eher eingeengt wird. Das führt zu einer gestörten Füllung der linken Herzkammer.

Neben diesen negativen Einflüssen auf die Herzfunktion, konnten die Forscher auch ein erhöhtes Auftreten von Atherosklerose bei den Anabolika-Konsumenten feststellen. Auch das Risiko für koronare Herzerkrankungen schien erhöht zu sein. „Ärzte, die bei Männern im jüngeren bis mittleren Alter eine unerklärbare linksventrikuläre Dysfunktion oder Anzeichen einer koronaren Herzerkrankung feststellen, sollten deshalb eine durch anabole Steroide induzierte Kardiotoxizität als Differenzialdiagnose in Betracht ziehen“, raten die Studienautoren. In Deutschland nehmen schätzungsweise 200.000 Menschen anabole Steroide ein.

Foto: © Markus Mainka - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sport , Atherosklerose , Nahrungsergänzungsmittel , Herz-Kreislauf-System , Herzrhythmusstörungen

Weitere Nachrichten zum Thema Leistungssteigernde Mittel

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Zwölf Millionen Menschen in Deutschland leiden an Heuschnupfen. Die meisten von ihnen reagieren besonders allergisch auf Birkenpollen. Ausgerechnet davon fliegen 2018 besonders viele durch die Luft. Und im Moment ist auch noch Hochsaison.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Maritim proArte Hotel Berlin, Friedrichstraße 150-153, 10117 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.