Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
21.09.2019

WHO warnt vor Pandemie mit 80 Millionen Toten

Die Regierungen der Welt sollten sich ernsthaft auf eine globale Pandemie vorbereiten, die zig Millionen Todesopfer fordern könnte. Das ist die Kernaussage eines Berichts von WHO und Weltbank. Doch offenbar sind die Vorsichtsmaßnahmen aktuell völlig unzureichend.
GPMB-Bericht: Pandemie mit 80 Millionen Toten ist ein realistisches Szenario, aber die Welt ist nicht vorbereitet

GPMB-Bericht: Pandemie mit 80 Millionen Toten ist ein realistisches Szenario, aber die Welt ist nicht vorbereitet

Trotz immer wiederkehrender Epidemien, ist die Welt auf globale Gesundheitsbedrohungen nicht vorbereitet. Dabei ist eine weltweite Pandemie mit einem Killervirus ein sehr realistisches Sezenario. Das schreibt ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank jetzt in einem aktuellen Bericht. Schon heute seien Epidemien mit Ebola, SARS oder Influenza zunehmend schwerer in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig sei die Bedrohung durch ein sich rasant über den Globus verbreitendes Virus durchaus wahrscheinlich, das das Potenzial habe, zig Millionen Menschen zu töten, Wirtschaftssysteme zu zerstören und die nationale Sicherheit zu destabilisieren.

Niemand ist auf eine Pandemie vorbereitet

Doch die Regierungen dieser Welt seien in keinster Weise darauf vorbereitet, stellen die Verfasser des Berichts vom Global Preparedness Monitoring Board (GPMB), ernüchtert fest. „Es ist höchste Zeit endlich zu handeln“, sagt GPMB-CEO Gro Harlem Brundtland.

Der Bericht führt sieben Maßnahmen auf, die getroffen werden müssten – darunter mehr internationale Zusammenarbeit und mehr Investments in Vorsichtsmaßnahmen. Verstärkte Koordinationsmechanismen wünscht sich das GPMB auch von den Vereinten Nationen (UN). Ferner müssten alle Staaten endlich begreifen, dass Vorbereitungen auf eine mögliche Pandemie unabdingbar für die nationale und globale Sicherheit seien, heißt es weiter.

 

Ausbruch wie Spanische Grippe könnte sich wiederholen

Die Verfasser sind sich sicher, dass sich ein Ausbruch wie die Spanische Grippe in 1918 wiederholen könnte. Damals fielen dem Grippevirus mindestens 25 Millionen Menschen zum Opfer. Heute wäre so ein Pathogen innerhalb von 36 Stunden einmal um die Welt und könnte 50 bis 80 Millionen Menschen töten sowie 5 Prozent der Weltwirtschaft vernichten. In so einem Falle würden zahlreiche Gesundheitssysteme zusammenbrechen, vor allem in den ärmeren Staaten. Klimawandel, politische Konflikte, Wassermangel und schlechte Hygiene würden wie Brandbeschleuniger wirken.

WHO-Direktor: „Müssen das Dach reparieren, bevor der Regen kommt“

“Ebola, Cholera, Masern- die schlimmsten Krankheiten brechen in der Regel dort aus, wo die Gesundheitssysteme am schwächsten sind“, warnt WHO-Direktor Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus. „Wir müssen das Dach reparieren, bevor der Regen kommt“, so sein Appell an die Staatschefs und internationalen Organisationen.

Bislang haben nur 59 Staaten einen Nationalen Sicherheitsplan für Gesundheit verabschiedet. Doch dem Bericht nach ist davon kein einziger voll finanziert. „Das ist völlig unzureichend“, so Gro Harlem Brundtland."Es gibt riesigen Nachholbedarf."

Foto: pixabay

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Weltgesundheitsorganisation
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gesundheitsbedrohungen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin