Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

WHO: Tuberkulose weiterhin tödlichste Infektionskrankheit

Mittwoch, 1. November 2017 – Autor:
Im Kampf gegen die Tuberkulose hat die Weltgesundheitsorganisation mehr internationale Anstrengung gefordert. Die bisherigen Fortschritte reichten nicht. Tuberkulose sei nach wie vor die Infektionskrankheit mit den meisten Todesopfern.
Welt Tuberkulose-Bericht: Bisherige Fortschritte reichen nicht

Welt Tuberkulose-Bericht: Bisherige Fortschritte reichen nicht – Foto: ©RFBSIP - stock.adobe.com

Globale Anstrengungen gegen die Tuberkulose haben seit 2000 rund 53 Millionen Leben gerettet und die Sterberate um 37 Prozent reduziert. Das geht aus dem Welt- Tuberkulose-Bericht hervor, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf vorgestellt hat. Trotz dieser Fortschritte, zeichnet der Bericht ein eher düsteres Bild.

Tuberkulose (TB) bleibt der Top-Killer unter den Infektionskrankheiten. 1,7 Millionen Menschen waren 2016 daran gestorben, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent. Tuberkulose fordert demnach auch die meisten Todesopfer aufgrund einer Antibiotikaresistenz und unter Menschen mit HIV. Angesichts dieser Zahlen, ist ein Ende der TB-Epidemie wohl kaum erreichbar.

Über zehn Millionen Neuinfektionen in einem Jahr

Die Welt müsse mehr tun, als nur über die Ziele zu reden, sondern auch handeln, mahnte Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. „Wir brauchen ein dynamisches, globales, multisektorales Vorgehen.“

2016 haben sich nach Schätzungen der WHO 10,4 Millionen Menschen mit TB infiziert, etwa zehn Prozent davon haben HIV. 64 Prozent aller TB-Infektionen treten in sieben Ländern auf:  Indien, Indonesien, China, Philippinen, Pakistan, Nigeria und Südafrika.

Ein ganz großes Problem sind Multiresistenzen (MDR-TB). Im Bericht ist von einer Bedrohung für die öffentliche Gesundheit die Rede. Die WHO schätzt, dass im vergangenen  Jahr 600.000 neue Fälle resistent gegen Rifampicin waren, darunter 490.000 MDR-TB-Fälle. Rifampicin ist die effektivste First-line-Therapie.

 

Zu wenig Geld für den Kampf gegen die Tuberkulose

„Die schiere Zahl der Todesfälle spricht für sich – wir kommen nicht schnell genug voran“, sagte Dr Mario Raviglione, Direktor des WHO Global TB Programms. Präventivprogramme müssten sich vor allem an zwei Risikogruppen richten: Menschen mit HIV und Kinder unter fünf Jahren. Doch die wenigsten würden über Programme erreicht. Ein Grund ist laut WHO ein Defizit von 2,3 Milliarden in diesem Jahr. Für Prävention und Behandlung würden insgesamt 9,2 Milliarden in diesem Jahr benötigt. Weiter 1,2 Milliarden würden für die Entwicklung von Impfstoffen, Diagnostika und Therapien benötigt. Dieses Zahl wird  bis Ende des Jahres offenbar bei weitem nicht nicht erreicht. 

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Tuberkulose , Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Tuberkulose

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Dramatische Erkrankungen mit Massen von Toten setzen nicht voraus, dass – wie bei Covid-19 – ein Virus um die Welt geistert. Aktuelles Beispiel: antibiotika-resistente Keime. Sie entstehen infolge eines Übergebrauchs von Antibiotika, vor allem in der Massentierhaltung. An diesen bakteriellen Erregern sterben jedes Jahr mehr Menschen als durch Aids oder Malaria – und fast doppelt so viele wie in zwei Jahren Corona-Pandemie.

Stationäre Pflege kann sich kaum noch einer leisten. Im zweiten Pandemiejahr sind die Zuzahlungen für einen Platz im Pflegeheim im Bundesdurchschnitt um 111 Euro monatlich gestiegen. Der Verband der Ersatzkassen fordert mehr Zuschüsse aus Steuermitteln.

 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin