. Welt Tuberkulose-Bericht

WHO: Tuberkulose weiterhin tödlichste Infektionskrankheit

Im Kampf gegen die Tuberkulose hat die Weltgesundheitsorganisation mehr internationale Anstrengung gefordert. Die bisherigen Fortschritte reichten nicht. Tuberkulose sei nach wie vor die Infektionskrankheit mit den meisten Todesopfern.
Welt Tuberkulose-Bericht: Bisherige Fortschritte reichen nicht

Welt Tuberkulose-Bericht: Bisherige Fortschritte reichen nicht

Globale Anstrengungen gegen die Tuberkulose haben seit 2000 rund 53 Millionen Leben gerettet und die Sterberate um 37 Prozent reduziert. Das geht aus dem Welt- Tuberkulose-Bericht hervor, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Genf vorgestellt hat. Trotz dieser Fortschritte, zeichnet der Bericht ein eher düsteres Bild.

Tuberkulose (TB) bleibt der Top-Killer unter den Infektionskrankheiten. 1,7 Millionen Menschen waren 2016 daran gestorben, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent. Tuberkulose fordert demnach auch die meisten Todesopfer aufgrund einer Antibiotikaresistenz und unter Menschen mit HIV. Angesichts dieser Zahlen, ist ein Ende der TB-Epidemie wohl kaum erreichbar.

Über zehn Millionen Neuinfektionen in einem Jahr

Die Welt müsse mehr tun, als nur über die Ziele zu reden, sondern auch handeln, mahnte Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO. „Wir brauchen ein dynamisches, globales, multisektorales Vorgehen.“

2016 haben sich nach Schätzungen der WHO 10,4 Millionen Menschen mit TB infiziert, etwa zehn Prozent davon haben HIV. 64 Prozent aller TB-Infektionen treten in sieben Ländern auf:  Indien, Indonesien, China, Philippinen, Pakistan, Nigeria und Südafrika.

Ein ganz großes Problem sind Multiresistenzen (MDR-TB). Im Bericht ist von einer Bedrohung für die öffentliche Gesundheit die Rede. Die WHO schätzt, dass im vergangenen  Jahr 600.000 neue Fälle resistent gegen Rifampicin waren, darunter 490.000 MDR-TB-Fälle. Rifampicin ist die effektivste First-line-Therapie.

Zu wenig Geld für den Kampf gegen die Tuberkulose

„Die schiere Zahl der Todesfälle spricht für sich – wir kommen nicht schnell genug voran“, sagte Dr Mario Raviglione, Direktor des WHO Global TB Programms. Präventivprogramme müssten sich vor allem an zwei Risikogruppen richten: Menschen mit HIV und Kinder unter fünf Jahren. Doch die wenigsten würden über Programme erreicht. Ein Grund ist laut WHO ein Defizit von 2,3 Milliarden in diesem Jahr. Für Prävention und Behandlung würden insgesamt 9,2 Milliarden in diesem Jahr benötigt. Weiter 1,2 Milliarden würden für die Entwicklung von Impfstoffen, Diagnostika und Therapien benötigt. Dieses Zahl wird  bis Ende des Jahres offenbar bei weitem nicht nicht erreicht. 

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Tuberkulose , Infektionskrankheiten

Weitere Nachrichten zum Thema Tuberkulose

| Zehn Millionen Menschen stecken sich jedes Jahr mit Tuberkulose an. Doch die Chancen stehen gut, dass es bald eine TB-Impfung gibt. Ein Impfstoff-Kandidat hat bereits die klinische Phase II erreicht.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin Angststörungen reduzieren kann. Dies haben nun Forscher der Universität Regensburg bestätigt. Demnach kann Oxytocin soziale Phobien wirksam lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.