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WHO-Kampagne gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die erste globale Kampagne für einen sorgsameren Umgang mit Antibiotika ins Leben gerufen. Damit soll der zunehmenden Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen entgegengewirkt werden.
Kampagne gegen Antibiotikaresistenzen

Viele Bakterienstämme sind mittlerweile resistent gegen Antibiotika

Der weltweite Antibiotikaverbrauch in der Humanmedizin hat innerhalb der vergangenen zehn Jahre um fast 40 Prozent zugenommen. Das und der falsche Umgang mit den Arzneimitteln hat zu steigenden Zahlen von Antibiotika-Resistenzen geführt, und immer öfter sind weit verbreitete Krankheiten wie Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, Tuberkulose oder Durchfallerkrankungen mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr zu behandeln. Ärzte müssen für die Therapien daher mehr und mehr auf Reserveantibiotika zurückgreifen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat nun die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre erste globale Kampagne für eine bessere Verwendung von Antibiotika ins Leben gerufen. Die „World Antibiotic Awareness Week“ findet vom 16. bis zum 22. November 2015 statt.

Jeder kann etwas tun

Seit die Antibiotika Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt worden waren, haben sie geholfen, viele schwere Krankheiten einzudämmen. Doch die wachsende Zahl von multiresistenten Bakterien und der Anstieg von Krankenhausinfektionen sind nach Ansicht von Medizinern ein deutliches Zeichen für die zunehmende Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegen die Medikamente - auch ausgelöst durch eine verschwenderische Verschreibungspraxis und unachtsame Einnahme. Die erste „World Antibiotic Awareness Week“ steht daher unter dem Motto „Antibiotics: handle with care” („Vorsicht beim Umgang mit Antibiotika“).

Die WHO-Experten sind der Meinung, dass zunehmende Antibiotika-Resistenzen ein nicht zu unterschätzendes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellen und daher konstant und global bekämpft werden müssen. Jede einzelne Person spiele dabei eine wichtige Rolle, so die Mediziner. Wie dringlich das Problem ist, hat eine im Oktober 2015 veröffentlichte Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergeben. Demnach könnten inzwischen 50 Prozent aller Infektionen weltweit durch Erreger verursacht sein, die resistent gegen herkömmliche Antibiotika sind.

 

Antibiotika-Resistenzen lassen sich durch einfache Maßnahmen verhindern

Experten raten Patienten, stets nur die ihnen persönlich vom Arzt verschriebenen Antibiotika einzunehmen und die vorgeschriebene Behandlung bis zum Ende durchzuführen, auch wenn man sich schon vorher besser fühlt. Zudem sollten niemals übrig gebliebene Antibiotika von älteren Erkrankungen oder Medikamente von Freunden oder Verwandten eingenommen werden, auch wenn diese unter der gleichen Erkrankung gelitten haben. Generell wird geraten, das Risiko für Infektionen durch eine regelmäßige Händehygiene sowie Vorsicht beim Umgang mit erkrankten Menschen zu reduzieren. Die Verwendung von Impfstoffen kann zusätzlich den Verbrauch von Antibiotika eindämmen.

Foto: royaltystockphoto - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

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