Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

WHO hofft auf Elimination von Hepatitis

Dienstag, 31. Oktober 2017 – Autor:
Noch ist das Ziel weit entfernt: die weltweite Elimination von Hepatitis. Dennoch glaubt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass dies eines Tages Realität werden kann. Das meldet die Organisation anlässlich des diesjährigen Welt-Hepatitis-Gipfels in Sao Paolo.
Leberentzündung

Die WHo will Hepatitis bis 2030 ausrotten

Alleine in Deutschland sind Hunderttausende Menschen von Hepatitis B oder C betroffen, weltweit zwischen 300 und 400 Millionen. Aber auch bei anderen Hepatitis-Formen kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. So ist es erst kürzlich in Berlin zu einem – wenn auch vergleichbar kleinen – Hepatitis-A-Ausbruch gekommen. Betroffen waren vor allem Männer, die mit Männern sexuell verkehren. Und in Europa werden immer mehr Fälle von Hepatitis E gemeldet, die vor allem auf den Verzehr von rohem Schweinefleisch zurückzuführen sind. Eines der Hauptprobleme: Da die Leber kaum Symptome sendet, bleiben die Erkrankungen häufig lange unbemerkt.

Hepatitis soll bis 2030 eliminiert sein

Dennoch sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zunehmend Erfolge im Kampf gegen Hepatitis. Das meldet sie anlässlich des diesjährigen Welt-Hepatitis-Gipfels in Sao Paolo. So habe in den vergangenen zwei Jahren eine Rekordzahl von knapp drei Millionen Menschen Zugang zu Medikamenten gegen Hepatitis C bekommen. Rund 2,8 Millionen seien seit 2016 wegen einer Hepatitis B behandelt worden. Nach Ansicht von Gottfried Hirnschall, Leiter des HIV- und Hepatitis-Programms der WHO, nähren diese Ergebnisse die Hoffnung, dass die Eliminierung von Hepatitis Realität werden kann“, sagte. Dennoch sei man jetzt noch weit von diesem Ziel entfernt, betont der Präsident der Welt-Hepatitis-Allianz, Charles Gore.

Bis zum Jahr 2030 sollen zumindest Hepatitis B und C, die häufigsten Formen mit den meisten Todesfällen, eliminiert sein. Über 190 Mitgliedsstaaten der WHO haben sich verpflichtet, der Virushepatitis sys­te­matisch im eigenen Land den Kampf anzusagen. Auch Deutschland beteiligt sich mit verschiedenen Kampagnen an der Strategie.

 

Hepatitis kann zu Leberkrebs führen

Hepatitis kann zur Zirrhose und zu Leberkrebs führen. An den Spätfolgen von Hepatitis B und C sterben weltweit etwa 1,5 Millionen Menschen pro Jahr. Gegen Hepatitis C gibt es bisher keinen schützenden Impfstoff, dafür ist sie dank neuer Medikamente heutzutage sehr häufig heilbar. Bei chronischer Hepatitis B ist dies nicht der Falls, doch gegen sie gibt es einen wirksamen Impfstoff, genauso wie gegen Hepatitis A. Hepatitis D können nur Menschen bekommen, die schon mit Hepatitis B infiziert sind. Hepatitis E verläuft häufig schwer; eine Therapie dagegen existiert zurzeit nicht.

Foto: © 7activestudio - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Impfen , Hepatitis , Hepatitis A , Hepatitis B , Hepatitis C
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hepatitis

Hepatitis macht oft erst spät Beschwerden und bleibt daher häufig lange unentdeckt. Dabei ist eine möglichst frühe Behandlung für den Therapieerfolg wichtig. Zudem kann Hepatitis von Mensch zu Mensch – beispielsweise beim Sex – übertragen werden. Auch aus diesem Grund sollte jeder wissen, ob er von der Virusinfektion betroffen ist.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sprechen oder schweigen? Vor dieser Entscheidung stehen viele chronisch Kranke, die im Berufsleben stehen. Niemand muss mit dem Arbeitgeber darüber reden – schließlich ist Gesundheit Teil der Privatsphäre. Ein offener Umgang damit kann dennoch hilfreich sein – vor allem, wenn Betriebe ihrerseits aufgeschlossen sind und Betroffenen Unterstützung anbieten.


 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin