. Tropenkrakheit

West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus

In Europa sind diesen Sommer schon mehr als 200 Menschen am West-Nil-Fieber erkrankt. 17 Menschen starben. Einen wirklichen Schutz vor dem Auslöser gibt es nicht: Das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen.

Das West-Nil-Virus breitet sich in Europa aus. Allein in diesem Sommer sind laut European Centre for Disease Prevention and Control 231 Menschen am West-Nil-Fieber erkrankt. Italien meldete die meisten Fälle (123), gefolgt von Serbien mit 102 und Griechenland mit 59 Fällen.17 Menschen starben, davon 9 in Serbien und jeweils 3 in Griechenland und Italien.

Das West-Nil-Fieber wird von West-Nil-Viren ausgelöst, die über infizierte Stechmücken auf den Menschen übertragen werden, vorzugsweise von der Gattung Culex. Die nachaktiven Mücken stechen in der Regel abends und nachts zu. Die Inkubationszeit beträgt drei bis zwölf Tage.

Symptome wie bei einer Grippe

Bei vielen Menschen, insbesondere Kindern, verläuft eine Infektion nahezu unbemerkt. Schätzungsweise 20 Prozent der Infizierten erkranken am West-Nil-Fieber, am häufigsten sind Personen über 50 Jahre betroffen. Neben Menschen erkranken vor allem  Pferde und Vögel am West-Nil-Fieber. Das Virusreservoir ist vorwiegend unter Wildvögeln zu finden.

Die Infektionskrankheit ruft grippeähnliche Symptome wie Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellung hervor. Im weiteren Verlauf kommt es zu einem Hautausschlag, einem Exanthem. Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute und des Rückenmarks sowie Herzmuskelentzündungen sind möglich und verlaufen oft tödlich. Auch ohne diese Komplikation können geschwächte Menschen am West-Nil-Fieber sterben.

Repellents und Moskitonetze sind die einzigen Schutzmaßnahmen

Eine Impfung gegen das West-Nil-Virus gibt es nicht. Schützen kann man sich nur mit dem üblichen Mückenschutz in Form von Repellents, langer Kleidung und Moskitonetzen.

Ursprünglich war das West-Nil-Virus vor allem in Afrika und dem mittleren Osten insbesondere Ägypten und Israel beheimatet. Doch seit den 1990er Jahren breitet es sich auf der ganzen Welt einschließlich Europa, Australien und Nordamerika aus.

In Deutschland wurde bislang noch kein einziger Fall West-Nil-Fieber gemeldet. Allerdings wurde das West-Nil-Virus laut der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen bereits in aus Deutschland stammenden Zugvögeln und potentiell übertragenden tropischen Moskitoarten in Deutschland nachgewiesen. Daher schließen Infektionsexperten eine Verbreitung in Deutschland nicht aus, zumal sich das nahe verwandte Usutu-Virus gerade etabliert.

Foto: © mycteria - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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