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20.02.2020

Wer besonders von Schlafstörungen betroffen ist

Schlafstörungen beeinträchtigen die seelische und körperliche Gesundheit – und umgekehrt. Bestimmte Bevölkerungsgruppen sind besonders von Schlafproblemen betroffen.
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Von Schlafstörungen sind Frauen und Ältere besonders betroffen

Schlafstörungen sind weit verbreitet. Um mehr über die Ursachen und Folgen von Schlafproblemen zu erfahren, haben Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz eine repräsentative Studie durchgeführt.

Die zeigt auf, dass Menschen, die Schlafprobleme haben, mehr seelischen und körperlichen Stress empfinden. Umgekehrt gehen psychische Belastungen und Körperbeschwerden wie beispielsweise Herz- und Brustschmerzen, Magenverstimmungen und Atemschwierigkeiten mit einer geringeren Schlafqualität einher. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Psychosomatic Research veröffentlicht.

Jeder dritte klagt über Schlafprobleme

Heutzutage zählen Schlafprobleme zu den häufigsten Beschwerden im Alltag. Jeder dritte Erwachsene in Deutschland klagt darüber, dass er schlecht ein- und/oder durchschläft und dass die Qualität seines Schlafes vermindert ist. Unausgeschlafen fühlen sich die Betroffenen müder, erschöpfter, sind weniger aufmerksam, unmotivierter, und sie leiden unter Stimmungsschwankungen. 

Doch wie stark hängen in der deutschen Bevölkerung Schlafprobleme mit psychischer Belastung und Körperbeschwerden zusammen? Das Mainzer Forscherteam hat für seine repräsentative Studie 2.515 Personen befragt.

 

Wer besonders von Schlafstörungen betroffen ist

Es zeigte sich, dass wer Schlafstörungen hat, mehr seelischen und körperlichen Stress empfindet. Zudem wurde deutlich, dass psychische Belastungen und Körperbeschwerden mit einer geringeren Schlafqualität einhergehen. Schlaf, psychische sowie körperliche Gesundheit beeinflussen sich also gegenseitig.

Doch wer ist überhaupt von Schlafproblemen betroffen? Studienleiterin Dr. Ana N. Tibubos: „Frauen sowie ältere, ärmere, arbeitslose, wenig gebildete und/oder partnerlose Menschen geben an, stärker von Schlafproblemen betroffen zu sein. Insbesondere Armut und erhöhtes Alter stellen bedeutsame Risikofaktoren für Schlafprobleme dar. Zudem gibt es Hinweise auf qualitativ unterschiedliche Schlafstörungen in jüngeren gegenüber älteren Bevölkerungsschichten.“

Sozioökonomischer Status beeinflusst Schlafqualität

Mit den Befunden erhofft sich das Mainzer Forscherteam über die mit Schlafmangel und verminderter Schlafqualität einhergehenden gesundheitlichen und psychosozialen Problemen in der Gesellschaft aufklären zu können. Es gilt, auf die existierenden Unterschiede in der Schlafqualität zwischen sozioökonomischen Bevölkerungsgruppen aufmerksam zu machen.

Im Englischen existiert dafür bereits ein Begriff: "sleep disparity". Ziel ist es, dem Teufelskreis zwischen psychosozialer Benachteiligung und unerwünschten Gesundheitsfolgen im Zusammenhang mit Schlafproblemen entgegen zu wirken.

Hohe Krankheitslast in der Arbeitswelt

Ein Anlass für die Studie waren Krankenkassenberichte, wonach Schlafstörungen ein unterschätzter Grund für eine hohe Krankheitslast in der Arbeitswelt und für Unfälle im Straßenverkehr sind. Schlafstörungen werden jedoch nur selten als Ursache einer Krankschreibung dokumentiert.

"Das ist aus der Perspektive der Betroffenen ein großes Problem. Auch für die gesundheitliche Versorgung stellt die Vernachlässigung der indirekten Konsequenzen durch schlechten Schlaf eine große Herausforderung dar", erläutert Studienleiter Prof. Elmar Brähler. Ein Ziel der Studie bestand darin, Normwerte für die allgemeine Bevölkerung bereitstellen zu können.

Foto: ©Adobe Stock/Prostock-Studio

Autor: bab
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