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13.04.2012

Wenn Sport zur Sucht wird

Sport und Bewegung sind gesund. Doch zu viel davon kann gesundheitsschädlich sein. Insbesondere junge Sportler sind gefährdet eine Sportanorexie zu entwickeln.
Wenn Sport zur Sucht wird

AOK Mediendienst

Er war abgemagert, erschöpft und kraftlos: Skispringer Martin Schmitt gestand vier Wochen vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2010 von Vancouver ein, dass er mit seinem Körper seit Jahren Raubbau treibe und dringend Erholung benötige. Martin Schmitt ist ein Extrembeispiel, aber kein Einzelfall. Unter Leistungssportlern ist die so genannte Anorexia athletica (Sportmagersucht) weit verbreitet. Auch Martin Schmitts ehemaliger Teamkollege Sven Hannawald musste sich Spekulationen um seine angebliche Magersucht gefallen lassen.

Sportanorexie

Auf der Jagd nach sportlichen Höchstleistungen besteht die Gefahr, dass sich junge Sportler schlank hungern, um bessere Leistungen zu bringen. Heranwachsende, die ausserhalb des Wettkampfsports von sich aus immer mehr von ihrem Körper fordern und ihr Bewegungspensum eventuell sogar davon abhängig machen, wie viel sie gegessen haben, sollten unbedingt einen Check‐up bei ihren Jugendarzt machen lassen, rät Dr. med. Dipl.‐ Psych. Harald Tegtmeyer‐Metzdorf, Kinder‐ und Jugendarzt sowie Sprecher des Ausschusses für Psychosomatik und Psychotherapie im Berufsverband der Kinder‐ und Jugendärzte (BVKJ).
Junge Menschen, die sich körperlich zu viel abverlangen und dabei noch wenig essen, können brüchige Knochen entwickeln, so genannte Osteoporose. Sie neigen vermehrt zu Mangelerscheinungen und haben aufgrund der übermässigen Belastung von Gelenken, Muskeln und Sehnen ein erhöhtes Verletzungsrisiko. In seltenen Fällen könne sich daraus auch eine Art Sucht entwickeln, insbesondere junge Leistungssportler seien gefährdet, eine "Anorexia athletica" zu entwickeln, meint Tegtmeyerâ Metzdorf.

 

Hinweise für eine "Anorexia athletica"

Erster Hinweis auf eine Sportanorexie können ein starker Gewichtsverlust innerhalb weniger Monate und übermässige sportliche Aktivitäten sein. Ausserdem kann auffallen, dass sich die Jugendlichen extrem mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Freunde und Schule geraten in den Hintergrund. "Geht ein Jugendlicher zum Training, selbst wenn er krank ist, plagen ihn Schuldgefühle, wenn er eine Einheit verpasst, und befürchtet er sogar, dadurch zu sehr zuzunehmen, sollten Eltern den Jugendarzt zu Rate ziehen", so Tegtmeyer⠐Metzdorf.

Doch in der Regel ist Sport mehr nützlich als schädlich. Teenager sollten täglich mindestens eine Stunde körperlich aktiv sein, raten Kinderärzte. Sport macht selbstbewusst und kann schlechte Stimmung vertreiben, da er die Ausschüttung von Endorphinen, den so genannten 'Glückshormonen', fördert. 

ABC

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