Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
07.11.2017

Wenn Schuhe Allergien auslösen

Kinder leiden nicht selten unter hartnäckigen Fußekzemen. Diese können verschiedene Ursachen haben, doch häufig sind Chemikalien in den Schuhen schuld, wie eine Studie aus Spanien nun gezeigt hat.
Schuhe als Allergieauslöser

Chemikalien in Schuhen können zu Kontaktallergien führen

In geschlossenen Schuhen bildet der Mix aus Wärme und Feuchtigkeit einen idealen Nährboden für Infektionen oder Allergien. Kommen dann noch schädliche Chemikalien aus dem Schuhwerk dazu, kann sich leicht ein Ekzem bilden, auch bekannt als sogenannte „Turnschuhallergie“. Rötungen und juckende Bläschen an den Füßen sind ein Zeichen für eine solche allergische Kontaktdermatitis.

Experten warnen schon lange vor den hohen Konzentrationen an Schadstoffen in vielen Schuhen, doch immer noch werden die Grenzwerte häufig überschritten. Nun haben Forscher untersucht, wie oft Fußekzeme bei Kindern durch Chemikalien in den Schuhen ausgelöst werden.

Kaliumdichromat Hauptauslöser von Kontaktekzemen am Fuß

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler der Universitätshautklinik in Valencia Kinder untersucht, die eine chronisch entzündliche Dermatose im Fußbereich entwickelt hatten. Die Patienten waren im Durchschnitt zehn Jahre alt und waren zum Patch-Test an die Hautklinik überwiesen worden. Wie sich herausstellte, war bei 44 Prozent der Kinder mit ausschließlichem Fußekzem eine Kontaktallergie die Ursache. Zu den Auslösern gehörten unter anderem Klebstoffe, mit denen die Sohle befestigt ist, Gummibestandteile, aber auch Kaliumdichromat, das für das Gerben des Leders verwendet wird. Diese Chemikalie erwies sich in der spanischen Studie als Hauptauslöser der Fußekzeme.

 

Grenzwerte werden häufig überschritten

Zwar besagt eine EU-Vorschrift seit dem Jahr 2015, dass Leder, welches mit der Haut in Kontakt kommt, nicht mehr als 3 mg/kg Chrom enthalten darf. Doch nach Angaben des europäischen Schnellwarnsystems RAPEX tauchen immer wieder Kinderschuhe und andere Textilien auf, die den Grenzwert deutlich überschreiten. Dabei dominiert vor allem Kaliumdichromat die Allergene.

Die Autoren der aktuellen Studie weisen auf den vergleichsweise hohen Anteil an Jungen unter den Patienten hin. Der Grund hierfür sei wohl, dass Jungen häufiger Turnschuhe trügen als Mädchen. Die Forscher raten bei einem Fußekzem zu einer sorgfältigen Anamnese sowie entsprechenden Allergietests. Bei akuten Beschwerden verschreibt der Hausarzt eine Kortison-haltige Creme, die im Allgemeinen gut vertragen wird und zu einem raschen Behandlungserfolg führt.

Foto: © katrin_timoff - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Allergie , Dermatologie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ekzeme

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.

 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin