Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
20.11.2016

Wenn Diabetes an die Nieren geht

Diabetes mellitus kann zu bleibenden Nierenschäden führen. Bei mehr als jedem dritten Diabetiker ist das Entgiftungsorgan bereits in Mitleidenschaft gezogen. Diabetiker sollten daher regelmäßig die Nieren kontrollieren lassen.
Diabetes kann zu schwerwiegenden Nierenschäden führen

Diabetes kann zu schwerwiegenden Nierenschäden führen

Diabetes mellitus ist eine Volkskrankheit: Laut der Deutschen Diabetes Hilfe leiden 6,7 Millionen Menschen in Deutschland an der Zuckerkrankheit. Da ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel die Blutgefäße schädigt, kommt es zu zahlreichen Folgeerkrankungen. Dramatische Folgen sind Blindheit, Beinamputation und Nierenversagen. Rund 30 bis 40 Prozent der Diabetiker weisen nach Zahlen der Diabetes Hilfe bereits Nierenschäden auf. Jedes Jahr müssen deshalb rund 2. 000 Menschen neu an die Dialyse. Der Grund: Die Nieren bestehen aus einer Vielzahl kleiner Blutgefäße, die das Blut filtern. Nehmen sie durch den vielen Zucker im Blut Schaden, nimmt die Nierenfunktion ab – und das Sterblichkeitsrisiko steigt.

Nieren regelmäßig kontrollieren lassen

Angesichts dieser Zahlen mahnt die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) zu einer regelmäßigen Kontrolle der Nieren. Außerdem sollten Risikopatienten rechtzeitig an einen Nierenspezialisten (Nephrologen) überwiesen werden. Als Risikopatient für eine chronische Nierenkrankheit gilt, wer bereits eine Albuminurie von über 20 mg/Liter Urin und/oder eine rasches Voranschreiten des Nierenfunktionsverlusts aufweist. „Der Nephrologe kann durch eine medikamentöse Hemmung des blutdruckregulierenden Systems (RAAS), aber auch durch den Einsatz von neueren Anti-Diabetika mit nierenschützenden Potenzial den Nierenfunktionsverlust verlangsamen“, erklärt DGfN-Pressesprecher Prof. Dr. Jan Galle.

 

Gifte wie Nikotin vermeiden

Diabetiker können aber auch durch eigenes Zutun ihr Risiko für Nierenschäden senken. Schmerzmittel sind zum Beispiel Gift für die Nieren, ebenso Nikotin. „Diabetiker sollten sich unbedingt das Rauchen abgewöhnen. Es bringt sie schneller an die Dialyse“, sagt Galle. Auch dass zum Nierenschutz die Blutzuckersenkung und die Blutdruckeinstellung auf Zielwerte gehören, sollten die Patienten mit im Blick haben, so der Experte.

Foto: © hywards - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Nieren
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Patienten mit Immunerkrankungen: Bildet ihr Immunsystem nach einer Corona-Impfung überhaupt genügend Antikörper? Und falls nein: Was kann man tun? Diese Fragen haben Wissenschaftler des „Deutschen Zentrums Immuntherapie“ untersucht. Ein überraschendes Ergebnis: Viele Immunkranke vertragen die Impfung offenbar besser als mancher Gesunde.


 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin