Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Weniger Parodontitisfälle – Präventionsmaßnahmen scheinen zu greifen

Mittwoch, 14. Juni 2017 – Autor:
Die Zahl der Menschen mit Parodontalerkrankungen in Deutschland ist rückläufig. Das ist das Ergebnis der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte. Den Grund dafür sehen die Experten in verstärkten Präventionsmaßnahmen.
Parodontitis-Prävention

Regelmäßige Zahnhygiene beugt Problemen mit dem Zahnfleisch vor – Foto: Dan Race - Fotolia

Die Ergebnisse der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) zeigen, dass sich die schweren Parodontalerkrankungen in der Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) seit dem Jahr 2005 halbiert haben. Ein Grund dafür sehen die Mediziner in verstärkten Präventionsmaßnahmen wie der Professionellen Zahnreinigung. Dennoch fordern sie eine weitere Verstärkung der Prävention. Nach Ansicht der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) müssen Zahnärzte, Patienten, Politik und Krankenkassen gemeinsam an einem Strang ziehen, um der Volkskrankheit Parodontitis vorzubeugen.

Experten sehen Erfolge der Prävention

Auch bei den jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) gibt es einen deutlich rückläufigen Trend bei der Parodontitis. Zudem hat sich nach den Ergebnissen der Mundgesundheitsstudie die Gruppe der Patienten mit keiner oder einer milden Parodontitis verdoppelt oder sogar verdreifacht. „Die DMS V zeigt, dass Parodontalerkrankungen auf dem Rückzug sind“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK. Erfreulich sei hier vor allem, dass offensichtlich Präventionsmaßnahmen wie die Professionelle Zahnreinigung (PZR), aber auch das verbesserte Mundgesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung fruchten, so der Experte weiter. „Patienten, die regelmäßig eine PZR durchführen lassen, leiden bis zu 50 Prozent weniger an einer Parodontitis.“

Dennoch bleibt die Parodontitis eine Volkskrankheit, die stark vom Mundgesundheitsverhalten der Patienten abhängig ist, betont die Bundeszahnärztekammer. Auf Grund ihres chronischen Verlaufs und ihrer Wechselwirkungen insbesondere mit Diabetes dürfe sie nicht verharmlost werden. Zudem sei das Wissen um diese Erkrankung in der breiten Bevölkerung unzureichend. „Aufklärung und Prävention müssen unbedingt verstärkt werden“, so Oesterreich.

 

Parodontitis bleibt oft lange unbemerkt

Erst kürzlich hatte der Zahnreport der Barmer GEK ergeben, dass ein Drittel der Parodontitis-Patienten ihre Zähne trotz Therapie innerhalb von vier Jahren verlieren. Auch das zeigt, wie wichtig die Prävention ist. Die beste Vorsorge gegen Zahnbettentzündungen ist eine regelmäßige Zahnhygiene, zu der auch das tägliche Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide gehört.

Warnsignale für eine Parodontitis können Zahnfleischbluten, Schwellungen, Rötungen und Mundgeruch sein. Dennoch bemerken Betroffene häufig nichts von der Erkrankung, so dass sie oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Um dem entgegenzuwirken, ist die regelmäßige Inanspruchnahme der Prophylaxe-Behandlung beim Zahnarzt wichtig. Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine halbjährliche allgemeine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt, eine jährliche Entfernung des Zahnsteines sowie auf eine Parodontitis-Untersuchung alle zwei Jahre.

Foto: © Dan Race - Fotolia.com

Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Zahnmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Parodontitis

Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Parodontitis. Wie groß der Einfluss wirklich ist und wie viele Parodontitisfälle auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind, haben nun Zahnmediziner der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berechnet.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Belastungen und Veränderungen infolge der Covid-19-Pandemie bringen nicht nur den Tagesrhythmus vieler Menschen durcheinander, sondern auch deren Nachtruhe. Das zeigt eine Studie der Krankenkasse „mh plus“. Die Folge: Mehr als jeder Zweite hat abends Probleme einzuschlafen – und wacht morgens gerädert auf.


Pflanzliche Arzneimittel mit Wirkstoff-Extrakten des Mönchspfeffers können hormonelle Beschwerden bei Frauen lindern. Häufig kommen sie bei Menstruationsstörungen zum Einsatz – etwa bei unregelmäßigen und schmerzhaften Regelblutungen. Jetzt wurde der Mönchspfeffer zur Arzneipflanze des Jahres 2022 gekürt.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin