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Weniger Krankenhausaufenthalte durch Rauchverbote

Sonntag, 25. November 2012 – Autor: Anne Volkmann
Seit einigen Jahren gibt es in vielen Ländern Rauchverbote. Eine Studie hat nun den gesundheitlichen Nutzen anhand von Krankenhausdaten untersucht.
Rauchverbote reduzieren Krankenhausaufenthalte

Eine Meta-Analyse zeigt: Rauchverbote nützen der Gesundheit

Eine Meta-Analyse, die in der Fachzeitschrift Circulation der American Heart Association veröffentlicht wurde, dokumentiert den medizinischen Nutzen von Nichtraucherschutz-Gesetzen. Dabei zeigte sich, dass nach der Einführung von gesetzlichen Rauchverboten und in den betreffenden Ländern die Krankenhausaufenthalte wegen Herzkreislauf- und Lungenerkrankungen zurückgegangen sind. In einer anderen Studie, die in den Archives of Internal Medicine zu lesen ist, wurde sogar ein Rückgang von plötzlichen kardialen Todesfällen nachgewiesen.

Die Meta-Analyse fasst die Ergebnisse von 45 Studien zusammen, welche die Auswirkungen von 37 Nichtraucherschutz-Gesetzen in verschiedenen Ländern weltweit untersucht hat. Es zeigte sich, dass es relativ schnell nach der Einführung der Verbote zu einem Rückgang von Krankenhausaufenthalten kam. Insgesamt nahm die Zahl der Herzinfarkte um 15 Prozent ab, Schlaganfälle reduzierten sich um 16 Prozent. Bei Lungenerkrankungen kam es zu einem Rückgang von 24 Prozent.

Je strenger die Rauchverbote, desto größer der gesundheitliche Nutzen

In der Studie konnte sogar eine Dosis-Wirkung-Beziehung nachgewiesen werden. So kam es in Ländern, in denen das Rauchen nur am Arbeitsplatz verboten war, zum geringsten Rückgang von Krankheiten, während er dort, wo auch in Restaurants und Bars nicht mehr geraucht werden durfte, am größten war. Der Grund dafür ist zum einen vermutlich, dass Raucher aufgrund der Verbote weniger häufig zur Zigarette greifen. Vor allem aber nehmen die Schäden durch Passivrauchen ab.

Dass Passivrauchen zu massiven gesundheitlichen Schäden führen kann, wurde durch zahlreiche Studien belegt. So sterben laut einer von der Weltgesundheitsorganisation WHO durchgeführten Studie jährlich etwa 600.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Zudem weiß man heute, dass es bei Kindern bereits nach fünf Minuten Passivrauchen zu einem Rückgang der Dehnbarkeit der Aorta kommt. In vielen Ländern – unter anderem in Deutschland – wurde in den letzten Jahren das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und am Arbeitsplatz verboten. Die Gesetze sind vielerorts umstritten, doch die neuen Studien zeigen, dass es an ihrem medizinischen Nutzen keinen Zweifel gibt.

Foto: Robert Neumann - Fotolia.com

 
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