. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Weniger Arbeitsunfälle in Deutschland

Das Risiko, am Arbeitsplatz einen Unfall zu erleiden, erreichte 2013 in Deutschland einen neuen Tiefststand. Doch international ist im Arbeitsschutz noch viel zu tun. Das zeigt der Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, der seit Montag in Frankfurt tagt.
Arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten auf dem Rückzug

Finger ab - einer von knapp 875.000 Arbeitsunfällen in Deutschland 2013

Die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland in nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 2013 trotz steigender Versichertenzahlen auf 874.514 zurückgegangen. 455 Menschen verunglückten bei der Arbeit tödlich, rund neun Prozent weniger als 2012.

„Diese Entwicklung ist nicht zuletzt ein Beleg dafür, dass die gemeinsamen Anstrengungen von Betrieben, Versicherten und Unfallversicherung im Arbeitsschutz sich lohnen“, erklärt DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. Er hält eine Welt ohne Arbeitsunfälle für machbar. Die Rate der meldepflichtigen Unfälle sei allein in den vergangenen 20 Jahren um die Hälfte gesunken. „Dieser Erfolg ist keine deutsche Spezialität - er ist wiederholbar“, so Breuer.

Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle fordern 2,3 Millionen Menschenleben

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) beklagt weltweit jedes Jahr 2,3 Millionen Todesfälle aufgrund von arbeitsbedingten Krankheiten und Unfällen. Hinzu kämen jeden Tag rund 860.000 Arbeitsunfälle mit Verletzungsfolgen. Die direkten und indirekten Folgekosten von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen schätzt die ILO auf 2,8 Billionen Dollar weltweit.

„Diese Zahlen sind nicht hinnehmbar, trotzdem nimmt die Welt die Tragödien kaum wahr, die sich jeden Tag am Arbeitsplatz ereignen. Es bleibt viel zu tun", sagt ILO-Generaldirektor Guy Ryder. Das Recht auf Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz sein ein grundlegendes Menschenrecht. Sein Appell: „Prävention ist möglich, notwendig und lohnt sich.“

Eine Studie der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (ISSA) kommt zu dem Ergebnis, dass der Erfolg von Investitionen in die Prävention sich im Schnitt auf mehr als das Doppelte der investierten Summe beläuft. „Wir müssen neue, umfassende Strategien für die Prävention entwickeln, die die Sicherheit, Gesundheit und das Wohlbefinden des Einzelnen miteinander verbinden“, fordert ISSA-Präsident Errol Frank Stoové mit Blick auf veränderte Belastungen in der aktuellen Arbeitswelt.

 

Mehr Wegeunfälle durch Witterung

Doch auch in Deutschland herrscht nicht eitel Sonnenschein: Die Zahl der Unfälle auf dem Weg zur Arbeit stieg auf 185.667. Das führt die DGUV auf die Witterung zurück. 317 Menschen verloren auf dem Weg zur Arbeit ihr Leben. Das waren 69 weniger als im Vorjahr.

Leichte Anstiege verzeichnen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bei den Berufskrankheiten. Knapp 71.600 mal wurde ihnen der Verdacht auf eine Berufskrankheit angezeigt. Das entspricht einem Plus von rund 1,4 Prozent. Gut die Hälfte der Verdachtsfälle bestätigte sich (36.202). Am häufigsten waren berufsbedingte Hauterkrankungen. 4815 Versicherte erhielten erstmals eine Rente wegen Berufskrankheiten. 2343 Versicherte starben infolge einer Berufskrankheit. Dabei waren asbestbedingte Erkrankungen wie in den Vorjahren die Haupttodesursache.

Foto: RioPatuca Images - Fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arbeitsbelastung , Berufskrankheiten , Prävention , Rehabilitation
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arbeitsschutz

| Da die Hände beim Heimwerken besonders gefährdet sind, wird oft das Tragen von Arbeitshandschuhen empfohlen. Doch das gilt nicht für Arbeiten an der Bohrmaschine oder der Kreissäge. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rät daher, an rotierenden elektrischen Werkzeugen auf Handschuhe zu verzichten.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
„Gesunde Architektur“ wird immer mehr zum Thema. Das gilt auch für Krankenhäuser. Wie sich Farbe und Licht auf Patienten und Personal von Intensivstationen auswirken können, hat kürzlich das Helios Universitätsklinikum Wuppertal in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal untersucht – mit interessanten Ergebnissen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.