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Weniger Arbeitsunfälle durch Corona

Mittwoch, 23. Juni 2021 – Autor:
Corona sorgt für ein Allzeittief bei Arbeitsunfällen. Am dramatischsten sind Unfälle in der Schule zurückgegangen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen haben jetzt eine Bilanz für das Pandemiejahr 2020 vorgelegt.
Unglück im Büro: Im Pandemiejahr 2020 gab es historisch wenige Arbeitsunfälle

Unglück im Büro: Im Pandemiejahr 2020 gab es historisch wenige Arbeitsunfälle – Foto: © Adobe Stock/ Elnur

Homeoffice und Homeschooling haben sich erwartungsgemäß positiv auf die Unfallbilanz niedergeschlagen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen melden für das Jahr 2020 ein Allzeittief bei den Arbeitsunfällen. Danach sank die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle von 871.547 im Jahr 2019 auf 760.492 im Jahr 2020. Das ist ein Rückgang um fast 13 Prozent. Die Zahl der Unfälle auf dem Arbeitsweg ging um rund 18 Prozent auf 152.823 zurück. Die Zahlen stammen aus der Statistik der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

41 Prozent weniger Schulunfälle

Noch stärker sind die Unfälle in Schulen zurückgegangen. Gab es 2019 noch 1.176.664 Schulunfälle, so waren es 2020 noch 691.284. Das entspricht einem Rückgang um gut 41 Prozent. Die Zahl der Schulwegunfälle ging um 34 Prozent zurück auf insgesamt 71.764.

Weniger Unfälle haben erfreulicherweise auch zu weniger Unfalltoten geführt. 2020 starben 399 Beschäftigte an den Folgen eines Arbeitsunfalls, 2019 waren es 497. Zudem sind 23 Prozent weniger Berufstätige auf dem Arbeitsweg tödlich verunglückt (238 in 2020) als im Vorjahr.

"Homeoffice, Homeschooling, eingeschränkte Mobilität - die Kennzahlen 2020 der gesetzlichen Unfallversicherung sind ein Abbild des Alltags während der Pandemie", sagt dazu DGUV- Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Hussy.

 

Mehr Berufskrankheiten gemeldet

Die Kehrseite der Medaille sind mehr Anzeigen auf den Verdacht einer Berufskrankheit. So können Personen in medizinischen und pflegerischen Berufen sowie Labormitarbeiter eine Covid-Erkrankung unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheit anerkennen lassen. Davon haben im vergangenen Jahr 30.329 Beschäftigte Gebrauch gemacht, womit die Zahl der Verdachtsmeldungen um 33 Prozent auf 106.491 gestiegen ist. Zieht man diese Anzeigen ab, gingen die restlichen Berufskrankheiten leicht zurück. Mehr als die Hälfte (18.065) der Verdachtsanzeigen auf Covid-19 wurde bis zum Jahresende als Berufskrankheit anerkannt. Zum Teil sind die Fälle aber noch nicht abgeschlossen.

Beiträgestabil geblieben

Durch die Corona bedingte Wirtschaftskrise haben die gewerblichen Berufsgenossenschaften rund zwei Prozent weniger Einnahmen gehabt. Auf der anderen Seite auch weniger Ausgaben. Unterm Strich sind die Beiträge stabil geblieben. Das durchschnittliche beitragspflichtige Entgelt liegt somit weiterhin bei 1,14 Prozent.

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Corona
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