. Meta-Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wenig Rauchen schadet fast genauso

Schon eine Zigarette am Tag erhöht das Risiko für Koronare Herzkrankheit und Schlaganfall. Das zeigt eine aktuelle Meta-Studie. Die Schlussfolgerung der Autoren ist simpel: Keine ist besser als eine.
Studie: Schon eine einzige Zigarette am Tag schadet den Blutgefäßen – das Risiko für KHK und Schlaganfall steigt

Studie: Schon eine einzige Zigarette pro Tag schadet den Blutgefäßen – das Risiko für KHK und Schlaganfall steigt

Weltweit rauchen rund eine Milliarde Menschen. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass wenig Rauchen kaum schädlich ist. Ein Irrtum, wie eine aktuelle Meta-Studie zeigt. Demnach kann schon eine Zigarette täglich, das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit (KHK) und Schlaganfall deutlich erhöhen. So haben Männer ein um 48 Prozent erhöhtes Risiko für eine KHK sowie ein um 45 Prozent erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall im Vergleich zu männlichen Nichtrauchern. Frauen schadet das Rauchen noch mehr: Rauchen sie täglich nur eine Zigarette, erhöht sich ihr Risiko für eine KHK um 57 Prozent und das eines Schlaganfalls um 65 Prozent gegenüber Nichtraucherinnen.

Das Risiko steigt nicht linear

Wie aber sieht der Vergleich zwischen den Wenigrauchern und starken Rauchern aus, die eine ganze Schachtel, also 20 Zigaretten, am Tag rauchen? Hier zeigt sich: Das Risiko von einer Zigarette am Tag beträgt nicht etwa ein Zwanzigstel, sondern immerhin 50 Prozent von dem der starken Raucher.

Zu beachten ist: Auch Nichtraucher haben ein Risiko für eine KHK und einen Schlaganfall. Bei den Ergebnissen handelt es sich um ein relatives Risiko. Hat zum Beispiel ein nichtrauchender Mann um die 50 ein etwa 14-prozentiges Risiko für eine KHK, steigt es bei seinem rauchenden Altersgenossen (1 Zigarette täglich) auf 20 Prozent. Das Risiko des Rauchers ist also um 48 Prozent höher als das des Nichtrauchers.

„Unsere Studie zeigt, dass das Rauchen einer Zigarette am Tag weit schädlicher ist, als gedacht“, resümieren die Forscher um Allan Hackshaw vom University College London im Fachmagazin BMJ, wo die Studie soeben erschienen ist. Es gebe keine sichere Menge an Zigaretten. „Raucher sollten lieber ganz aufhören, als den Zigarettenkonsum zu reduzieren.“

 

Plaques verstopfen die Herzkranzgefäße

Bei der Koronaren Herzkrankheit sind die Blutgefäße, die das Herz versorgen, durch sogenannte Plaques verengt. Kommt es zu einem kompletten Verschluss, droht ein Herzinfarkt. Neben dem Rauchen gibt es aber noch eine Reihe weiterer Risikofaktoren für eine KHK. Erhöhte Blutfettwerte spielen eine ebenso große Rolle wie das Rauchen.

Hier bringt eine Umstellung der Lebensgewohnheiten allerdings nicht so viel: Denn die Höhe des schädliche LDL-Cholesterins im Blut ist erblich bedingt. Laut Experten kann man darum auch so viele Eier essen, wie man will. Wer die Anlage hat, bekommt das Cholesterin auch mit einer Diät nicht runter. 

Foto: pixabay Freie kommerzielle Nutzung

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

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