. WHO Malaria-Report

Weltweit sterben weniger Menschen an Malaria

Zwischen dem Jahr 2000 und 2013 hat sich die Zahl der Malaria-Todesfälle halbiert. In Afrika, wo 90 Prozent der Malaria-Todesfälle auftreten, sank die Rate um 54 Prozent. Das geht aus dem jüngsten Malaria-Report der Weltgesundheitsorganisation hervor.
Weltweit sterben weniger Menschen an Malaria

Der weltweite Kampf gegen Malaria zeigt Erfolge. Doch Experten rechnen mit Rückschlägen

Der Malaria-Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt einen erfreulichen Trend. Zwischen 2000 und 2013 hat die Zahl der weltweiten Malaria-Todesfälle um 47 Prozent abgenommen, in Afrika sogar um 54 Prozent. Insgesamt sind dem Report zufolge in 2013 weltweit geschätzte 584.000 Menschen an den Folgen von Malaria gestorben. Afrika ist der Kontinent mit den meisten Malaria-Infektionen und Todesfällen. Dort ging im gleichen Zeitraum die Zahl der Malaria-Infektionen um ein Viertel zurück von173 Millionen in 2000 auf 128 Millionen in 2013. Und das trotz eines Bevölkerungsanstiegs von 43 Prozent in den Regionen, in denen Malaria übertragen wird. „Wir haben die richtigen Instrumente, aber wir müssen sie zu noch mehr Menschen bringen, um die bisherigen Erfolge zu verstetigen", betonte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan

Ebola könnte Rückschlag bewirken

Trotz des beachtlichen Rückgangs an Infizierten und Todesfällen sieht Chan keinen Anlass zur Selbstzufriedenheit. "Die meisten Länder, in denen Malaria endemisch ist, sind noch weit von einer vollständigen Abdeckung mit lebensrettenden Maßnahmen entfernt“, sagte sie. Resistenzen gegen Medikamente und Insektizide bleiben laut Chan eine große Bedrohung. Sie können ohne entsprechende Maßnahmen zu einer Zunahme der Todesfälle führen. Zusätzlich befürchtet sie, die Ebola-Krise in Westafrika könne zu Rückschlägen im Kampf gegen Malaria führen – und den positiven Trend stoppen oder umkehren.

Laut WHO-Report hat die bessere Verfügbarkeit von Tests zur Diagnose und Medikamenten zu dem Rückgang geführt. Zudem haben sich die Präventionsmaßnahmen weltweit verbessert. 2004 verfügten nur drei Prozent der Betroffenen über einen Zugang zu Moskitonetzen. Heute sind es bereits 50 Prozent.

Geldmittel für Kampf gegen Malaria seit 2005 verdreifacht

Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit 3,2 Mrd. Menschen dem Risiko einer Infektion und Erkrankung ausgesetzt sind. Mit 2,7 Mrd. Dollar haben sich die Geldmittel für den Kampf gegen Malaria seit 2005 verdreifacht. Laut WHO liegen sie jedoch immer noch deutlich unter den 5,1 Mrd. Dollar, die notwendig sind, um die weltweiten Ziele zur Kontrolle und Elimination dieser Krankheit zu erreichen. 64 Länder sind derzeit auf dem richtigen Weg zur Erreichung des Millenniums-Entwicklungszieles, bis Ende 2015 die Ausbreitung von Malaria und anderen schweren Krankheiten zum Stillstand zu bringen und eine Trendumkehr zu bewirken.

Zuletzt kamen Nullmeldungen aus Argentinien, Armenien, Ägypten, Georgien, Irak, Kirgisistan, Marokko, Oman, Paraguay, Turkmenistan und Usbekistan.

Foto: © stockWERK - Fotolia.com

Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Malaria

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

| Eine Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus tritt in der Regel als harmloses Lippenherpes auf. Das Herpesvirus kann jedoch auch ins Zentrale Nervensystem gelangen und eine Herpes Enzephalitis verursachen. Die Gehirnentzündung ist alles andere als harmlos.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.