. Union for International Cancer Control /UICC)

Weltkrebstag 2020: Eine Welt ohne Krebs schaffen

Eine Welt ohne Krebs schaffen – das ist das Motto des diesjährigen Weltkrebstags. Das Ziel ist ambitioniert. Einige Krebserkrankungen ließen sich mit etwas Anstrengung tatsächlich verhindern.
Nein zu Krebs: Der Welt-Krebstag 2020 strebt eine Welt ohne Krebs an

Nein zu Krebs: Der Welt-Krebstag 2020 strebt eine Welt ohne Krebs an

Seit 20 Jahren wird am 4. Februar der Weltkrebstag begangen. Das Motto der Union for International Cancer Control /UICC) in diesem Jahr lautet: “Create a future without cancer. The time to act is now.” Zu Deutsch: Eine Welt ohne Krebs schaffen – jetzt handeln. Das Ziel ist ambitioniert, denn so einfach leicht lässt sich Krebs nicht aus der Welt schaffen. Oder doch?

Die UICC hält 30 bis 40 Prozent aller Krebserkrankungen für lebensstilbedingt. Der Klassiker ist das Rauchen. Es ist für 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle verantwortlich. Aber auch Übergewicht und Bewegungsmangel sind mit etlichen Krebserkrankungen assoziiert. Das gleiche gilt für Virusinfektionen. Würden all diese Risikofaktoren eliminiert oder zumindest reduziert, würde die Welt auf jeden Fall weniger Krebserkrankungen sehen.

Gebärmutterhalskrebs zu 90 Prozent vermeidbar

Beispiel Virusinfektionen: 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs entstehen durch eine Infektion mit Humanen Papilloma-Viren (HPV). Durch die HPV-Impfung wird ein nachhaltiger und sehr wirksamer Schutz gegen HPV-Infektionen erreicht. In Deutschland wird die Impfung allerdings nur schlecht angenommen. Nicht einmal jedes zweite Mädchen hierzulande ist geimpft. Dabei verhindert die Impfung auch andere Tumoren, wie etwa Krebs im Kopf-Hals- Bereich oder im Analbereich. Auch Jungen können sich impfen lassen. Die Kassen finanzieren die Impfung bis zum 18. Geburtstag, manche auch in höherem Alter.

Die zweite wesentliche Maßnahme, um Gebärmutterhalskrebs zu verhindern, ist das Zervixkarzinom-Screening. Dieses Screening wird auch nach der Impfung empfohlen. Laut Berufsverband der Frauenärzte kann beides zusammen das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, um über 90 Prozent senken. Denn bei Screening werden Krebsvorstufen entdeckt, die dann chirurgisch entfernt werden können. Dadurch wird Krebs tatsächlich verhindert. Keine andere Krebserkrankung könnte durch einfache Maßnahmen so stark reduziert werden, meint Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Die Möglichkeiten für jedes Mädchen und für jede Frau sind in Deutschland vorhanden, die Kosten werden durch die Krankenkassen übernommen. Es liegt einzig an den Frauen, diese Chancen zu ergreifen, für sich selbst und für ihre Töchter.“

 

Früherkennung nutzen

Darmkrebs ist ebenfalls eine Krebserkrankung, die sich in vielen Fällen verhindern lässt. Zwar gibt es keine Impfung, jedoch steht mit der Darmspiegelung eine Früherkennungsuntersuchung zur Verfügung, mit der sich Krebsvorstufen erkennen und beseitigen lassen.

Brustkrebs – die häufigste Krebserkrankung der Frau – ist dagegen nicht durch Früherkennung verhinderbar. Aber wenn der Krebs frühzeitig entdeckt wird, steigen die Überlebenschancen. Außerdem ist die Behandlung dann weniger invasiv. Frauen ab 30 haben einen Anspruch auf eine jährliche Brustkrebsfrüherkennung beim Frauenarzt. Dabei wird die Brust abgetastet, um knotige Veränderungen auszuschließen. Vom 50. bis 69. Lebensjahr bezahlen die Krankenkassen zusätzlich jeder versicherten Frau die Teilnahme am Mammographie-Screening. Seit Einführung im Jahr 2006 ist die Zahl der früh entdeckten Tumoren stark angestiegen, und die Zahl der Brustkrebserkrankungen, die erst in einem späten Stadium entdeckt wurden, sank von 56 Prozent auf 21 Prozent.
Solche Maßnahmen sind es, die das Motto des Weltkrebstages weniger utopisch erscheinen lassen.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Weltkrebstag , Darmkrebs , Brustkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Welt-Krebstag

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Kliniken
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.