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26.01.2014

Weltkrebstag 2014 wirbt für mehr Offenheit

Krebs ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Genau deshalb tun sich noch immer viele Menschen schwer, offen damit umzugehen. Eine verklemmte Haltung schadet den Betroffenen aber mehr als sie nützt. Davor warnt der Weltkrebstag am 4. Februar.
Weltkrebstag: Ein offener und ehrlicher Umgang mit Krebs entlastet Betroffene

Weltkrebstag: Ein offener und ehrlicher Umgang mit Krebs entlastet Betroffene

Viele Krebsbetroffene können ein Lied davon singen: Gute Freunde sind plötzlich nicht mehr erreichbar, Nachbarn machen einen großen Bogen, Kollegen können einem nicht mehr in die Augen schauen. Krebs ist zwar keine ansteckende Krankheit ist, aber viele Menschen wissen nicht, wie sie auf die Krebsdiagnose eines Freundes oder Bekannten reagieren sollen und ziehen sich zurück. Psychologen zufolge steckt dahinter die eigene Unsicherheit, offen und ehrlich mit einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung umzugehen.

Der Weltkrebstag hat diesen Punkt und drei weitere Krebsmythen in den Mittelpunkt seiner Kampagne gestellt. Das Motto lautet wie schon im Jahr zuvor: „Reduce stigma and dispel myths about cancer – „Räumt die Stigmatisierung und Krebsmythen aus der Welt“.

Lebensstil und Umwelteinflüsse für eine Vielzahl von Krebserkrankungen verantwortlich

Dass Krebs in vielen Kreisen immer noch ein Tabuthema ist, bestätigt die Berliner Krebsgesellschaft. Deshalb arbeite man kontinuierlich an Aufklärung und Information, heißt es bei der gemeinnützigen Krebsorganisation. „Wir wissen, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Krebserkrankung Betroffenen und Angehörigen das Leben erleichtert“, sagt der Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft Prof. Dr. Dr. Peter M. Schlag. „Je mehr wir über Krebs reden, desto mehr enttabuisieren und entstigmatisieren wir ihn.“ Trotzdem sei es manchmal ratsam, nicht jeden um jeden Preis einzuweihen, rät der Krebsexperte. Nicht jeden ginge die eigene Erkrankung etwas an. „Wer nicht weiß, wie er mit seiner Erkrankung anderen gegenüber umgehen soll, kann sich gerne an die Berliner Krebsgesellschaft wenden. Unsere Psychoonkologen können hierzu individuelle Hilfestellungen geben.“

Ein weiteres gängiges Vorurteil ist laut den Organisatoren des Weltkrebstags die Annahme, dass Krebs ein unausweichliches Schicksal ist, das man nicht vermeiden kann. Hierzu sagt Krebsexperte Schlag: „Ganz so ist es nicht. Man weiß heute, dass der persönliche Lebensstil und Umwelteinflüsse für eine Vielzahl von Krebserkrankungen verantwortlich sind.“ Als Beispiel führt er das Rauchen auf: 71 Prozent aller Lungentumore werden durch Rauchen verursacht. Ebenso kritisch seien übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht. Beide Risikofaktoren seien mit verschiedenen Krebserkrankungen assoziiert.

 

Krebsfrüherkennung nutzen

Auch das hartnäckige Vorurteil, dass Krebs keine Warnzeichen macht, will der Chef der Berliner Krebsgesellschaft so nicht stehen lassen. Es stimme zwar, dass es nicht bei allen Krebsarten frühe Warnzeichen gebe. „Aber für viele Krebserkrankungen gibt es Früherkennungsmöglichkeiten, die unbedingt genutzt werden sollten.“ Das betreffe zum Beispiel Darmkrebs, Hautkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Prostatakrebs. Darüber hinaus könnten regelmäßige Check-ups beim Hausarzt frühe Hinweise auf eine mögliche Krebserkrankung liefern, so der Krebsspezialist.

Der Weltkrebstag findet seit 2006 jährlich am 4. Februar statt. Er wurde von der Union internationale contre le cancer (UICC), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen Organisationen ins Leben gerufen. Ziel ist, Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Zum Weltkrebstag 2014 hat die Berliner Krebsgesellschaft eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht.

Foto: © Lisa F. Young - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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