. Hepatitis

Welt Hepatitis Tag 2012

Hepatitis ist näher als Du denkst:Information und Früherkennung von Hepatitis schützen die Leber

Hepatitis ist näher als Du denkst - lautet die Botschaft des diesjährigen Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli 2012. Der Tag wurde 2008 von der World Hepatitis Alliance (WHA) ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für das Problem Hepatitis zu schärfen und wachzuhalten.

Weltweit leidet jeder Zwölfte an einer chronische Hepatitis B oder C

Information und öffentliche Aufmerksamkeit sind dringend geboten, denn Hepatitis kann jeden treffen. Nach Informationen der Deutschen Leberhilfe leidet weltweit einer von zwölf Menschen an chronischer Hepatitis B oder C. In Deutschland sind rund eine Million Menschen mit Hepatitis B oder C infiziert. Doch die wenigsten wissen davon. Da die Infektionen oft nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder Verdauungsstörungen verursachen, werden Lebererkrankungen meist erst spät erkannt. Unbehandelt entstehen Vernarbungen in der Leber (Fibrose), die sich zu einer Leberzirrhose entwickeln können. Im fortgeschritten Stadium kommt es zu Funktionsstörungen der Leber, häufig entwickelt sich auch Leberkrebs. „Das Tückische ist, dass viele lange gar nichts von ihrer Erkrankung bemerken, da kaum Symptome erkennbar sind. Erst Jahre nach der Infektion kommt es oft zu gravierenden Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs“, erklärt Achim Kautz, Geschäftsführer der Deutschen Leberhilfe e.V. und Vorstandsmitglied der World Hepatitis Alliance, anlässlich des Welt Hepatitis Tags 2012.

Deshalb ist Früherkennung so wichtig: Eine Überprüfung der Leberwerte beim Hausarzt gibt früh Aufschluss darüber, wenn irgendetwas mit der Leber nicht in Ordnung ist. Je früher die Infektion entdeckt wird, desto besser lässt sie sich therapieren. Hepatitis B ist kontrollierbar und Hepatitis C in der Mehrzahl der Fälle sogar heilbar. Doch je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger wird die Behandlung und schwere Leberschäden können die Folge sein.

Prävention: Hepatitis-Impfung schützt vor Leberzirrhose und Leberkrebs

Gegen Hepatitis B kann man sich impfen lassen. Seit 1995 gehört die Impfung zu den Standardimpfungen, die von der Ständigen Impfkomission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfohlen wird. Für Erwachsene wird die Impfung von den Krankenkassen nur dann bezahlt, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören. Dazu gehören Menschen mit „hochrisikohaftem Sexualverhalten“ oder Menschen, die beruflich oder familiär mit Hepatitis-B-Infizierten zu tun haben. Der Hepatitis-Experte Professor Eckart Schott von der Charité Berlin rät prinzipiell jedem zu einer Impfung gegen Hepatitis B. „Die Impfung ist wichtig, weil Hepatitis B für uns richtig gefährlich werden kann“, sagt Schott. „Aus Sicht des Hepatologen ist die Impfung deshalb für jeden sinnvoll, auch wenn man nicht zu den Risikogruppen gehört.“

Nach Angaben der Deutschen Leberhilfe sind in Deutschland mehr als 500.000 Menschen von einer Leberzirrhose betroffen, mindestens 20.000 sterben jedes Jahr an den Folgen einer Lebererkrankung, davon mehr als 7.000 an einem Lebertumor. „Aufgrund des asymptotischen Verlaufs und der mangelnden Abklärung der Leberwerte hat sich die Zahl der Leberkrebsfälle in den letzten Jahren erhöht“, sagt Achim Kautz von der Leberhilfe und rät: „Ein einmal jährlicher Test der Leberwerte (GPT) beim Arzt gibt Sicherheit.“

Der Welt Hepatitis Tag

2010 erkannte die WHO-Hauptversammlung die Virushepatitis mit einer Resolution als globale Gesundheitsbedrohung an. Seit 2011 wird der Welt-Hepatitis-Tag als offizieller Gesundheitstag der WHO durchgeführt. Das Datum des 28. Juli wurde zu Ehren des inzwischen verstorbenen Hepatitis-B-Entdeckers Baruch Bloomberg neu festgelegt, der an diesem Tag Geburtstag hatte.

Weitere Informationen zum Welt Hepatitis Tag 2012

http://www.welthepatitistag.info/

Interview: Hepatitis-Impfung schützt vor Leberkrebs
Der Hepatitis-Experte Prof. Dr. Eckart Schott über die gefährlichsten Hepatitis-Infektionen, neueste Therapieoptionen und warum eine Hepatitis-Impfung sogar vor Krebs schützt.

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