Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Welche Zahnpasta ist die beste?

Freitag, 25. August 2017 – Autor:
Fast sechs Tuben Zahnpasta verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Die Auswahl am Verkaufsregal ist verwirrend groß. Was eine gute Zahnpasta ausmacht, erläutert Prof. Stefan Zimmer.
Zahnpasta

Bei Zahnpasta spielen Geschmack und Farbe keine Rolle für die Wirksamkeit – Foto: ©tibor13 - stock.adobe.com

Was macht eine gute Zahnpasta aus? "Der mit Abstand wichtigste Inhaltsstoff in Zahnpasta ist das Fluorid. Es hilft dabei, Mineralstoffe in den Zahnschmelz einzulagern und härtet die Zahnoberflächen", erklärt Prof. Stefan Zimmer, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke.
„Studien belegen, dass Fluorid aus Zahnpasta bei regelmäßiger zweimal täglicher Anwendung das Risiko für Karies um 40 Prozent senken kann“, so Zimmer in einer Mitteilung des Zahnverbandes pro Dente.

An der Zahnoberfläche bauen Plaquebakterien Zucker zu Säuren ab. Diese Säuren können dem Zahnschmelz Mineralstoffe entziehen und langfristig die Zahnhartsubstanz zerstören. Mineralstoffe aus dem Speichel sorgen für eine Remineralisierung. „Fluorid fördert diesen Prozess und ist daher für die Kariesprävention unverzichtbar“, verdeutlicht Zimmer. „Die Skepsis einiger Menschen gegenüber Fluorid ist möglicherweise das Ergebnis einer Begriffsverwechselung. Fluorid ist nicht gleich Fluor. Fluor ist tatsächlich giftig, Fluorid hingegen ein wichtiges Spurenelement für den Körper.“

Zu wenig Fluorid bietet keinen Kariesschutz

Insbesondere bei Kindern gilt: Zu wenig Fluorid bietet keinen ausreichenden Kariesschutz. Aber auch zu viel Fluorid kann schaden. Es lagert sich schon vor dem Durchbruch der bleibenden Zähne in diese ein und verursacht weiß-kalkige Flecken im Zahnschmelz.

Ab dem ersten Milchzahn sollten Eltern ihrem Kind morgens und abends die Zähne putzen. In den ersten zwei Lebensjahren reicht dabei einmal täglich ein dünner Film Kinderzahnpasta mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm aus. Studiendaten zeigen, dass lokal wirkendes Fluorid aus Zahnpasta besser vor Karies schützt als die Gabe von Fluoridtabletten.

Ab dem zweiten Geburtstag sollte zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge dieser fluoridhaltigen Kinderzahnpasta geputzt werden. Wenn die ersten bleibenden Zähne im Alter von etwa sechs Jahren durchgebrochen sind, sollten Kinder Junior- oder Erwachsenenzahnpasta mit durchschnittlich 1000 bis 1.500 ppm Fluorid zweimal täglich benutzen.

 

Putzkörper entfernen Beläge

Winzige Schleifkörper in Zahnpasta polieren die Zähne und entfernen Beläge. Das beugt Karies und Zahnfleischentzündungen vor. Je nach Abrieb der Zahnpasta unterscheiden sich die Schleifkörper in ihrer Größe, Menge und Oberflächenstruktur. Das Kürzel RDA (Relative Dentin Abrasion) gibt den Abrieb an. Es ist jedoch nur eine grobe Orientierung für den Abrieb, da dieser von vielen Faktoren, unter anderem dem Anpressdruck beim Zähneputzen, abhängig ist.

Die meisten Zahnpasten weisen einen mittleren Abrieb auf. Spezielle Zahnpasten für empfindliche Zähne haben einen niedrigen Abrieb. Sie schonen Zähne sowie Zahnfleisch und enthalten zudem Inhaltsstoffe, die empfindliche Zahnoberflächen versiegeln. Sogenannte Weißmacher-Zahnpasten können äußere Beläge durch Kaffee, Tee, Rotwein oder Zigaretten entfernen. Früher funktionierten diese Zahnpasten nur durch einen hohen Abrieb. Heute enthalten sie Kombinationen aus Schleifkörpern und chemischen Stoffen, so dass sie auch langfristig angewendet werden können. Allerdings darf man sich nicht zu viel davon erhoffen.

Welche Zahnpasta ist die beste? Tenside sorgen für den Schaum

Tenside sorgen dafür, dass die Zahnpasta beim Putzen schäumt und damit klebrige Beläge besser entfernt. Denn durch die Schaumbildung gelangt die Zahnpasta auch an schlecht erreichbare Stellen im Mund. Hier können Essensreste besser entfernt werden. Tenside erhöhen somit die Reinigungswirkung der Zahnpasta und fördern die Putzmotivation. Wer den Frischegeschmack von Minze oder Menthol mag, kann eine Zahnpasta nach seinem Geschmack auswählen. Die beste Zahnpasta ist eine wirkame Zahnpasta. Geschmack und Farbe der Zahnpasta spielen keine Rolle.

Foto: tibor13/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenkassen , GKV , Psychische Krankheiten , Zahnmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zahnpflege

01.07.2018

Die meisten Menschen sind mit ihren Zahnimplantaten zufrieden. Doch bei ungenügender Mundpflege kann sich schnell eine Periimplantitis entwickeln, eine Entzündung des Knochengewebes. Experten raten daher, Zahnimplantate mindestens so gut zu pflegen wie die natürlichen Zähne.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Während es die Evolution so eingerichtet hat, dass Babys gern geknuddelt werden, um sich gesund zu entwickeln, sind Berührungen unter Erwachsenen nicht mehr so selbstverständlich. Dabei sind für sie genauso wichtig und gesund. Beispiel: Stressabbau.
 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin