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Welche Krebs-Patienten besonders oft zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen

Freitag, 21. Januar 2022 – Autor:
40 Prozent der Krebspatienten nehmen Nahrungsergänzungsmittel. Viele hoffen, damit Rezidive zu verhindern. Britische Forscher untersuchten, welche Patienten besonders oft dazu greifen.
Viele Krebspatienten nehmen Nahrungsergänzungsmittel

– Foto: Adobe Stock/taka

40 Prozent der Patienten, die an Brust-, Prostata- und Darmkrebs erkrankt sind oder waren waren, nehmen Nahrungsergänzungsmittel. Viele hoffen, damit Rezidive zu verhindern. Forscher vom Department of Behavioral Science and Health des University College London untersuchten, welche Patienten besonders oft dazu greifen.

Der World Cancer Research Fund und das American Institute for Cancer Research empfehlen hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel nicht zur Krebsprävention. Klinische Studie haben keinen Nutzen - und in einigen Fällen sogar einen Schaden, insbesondere durch Wechselwirkungen - im Zusammenhang mit den Produkten gezeigt.

Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten

Die Forscher befragten nun Menschen, die an einer der drei Krebsarten erkrankt waren, über ihrem Lebensstil, den Konsum bestimmter Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch und kalorienreiche Lebensmittel sowie die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln oder Kräuterextrakten.

Insgesamt waren 1.049 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 64,4 Jahren (62,1 Prozent weiblich) beteiligt. Brustkrebs war die häufigste Diagnose (54,4 Prozent), gefolgt von Prostatakrebs (25,2 Prozent) und Darmkrebs (20,4 Prozent).

 

Am häufigsten wurde Fischöl eingenommen

Insgesamt gaben 40 Prozent der Befragten an, Nahrungsergänzungsmittel (NEM) zu verwenden, 19 Prozent glaubten, dass diese helfen, das Wiederauftreten des Krebs zu verhindern.

Die am häufigsten verwendete Form von Nahrungsergänzungsmitteln waren Fischöle (13,1 Prozent), gefolgt von Kalzium und Vitamin D (9,1 Prozent) sowie Multivitamin und Mineralien (8,2 Prozent).

Welche Krebs-Patienten besonders oft zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen

Die NEM-Nutzer waren eher weiblich, nahmen häufiger die empfohlene Mindestmenge an Obst und Gemüse zu sich, glaubten weitaus stärker an die Bedeutung von NEM zur Verhinderung von Rezidiven und waren seltener fettleibig. Fazit der Forscher: Krebs-Patienten brauchen bessere Informationen über die Verwendung von NEM, um sie darüber aufzuklären, welchen Nutzen diese haben.

Patienten sollten die Einnahme stets mit dem Arzt, einer spezialsierten Krakenschwester oder einem Ernährungsberater besprechen. Die entsprechende Studie erschien im Fachmagazin Cancer.

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