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09.07.2015

Weizensensitivität kann Bauchschmerzen verursachen

Wer nach dem Genuss von Getreideprodukten Bauchschmerzen und andere Beschwerden bekommt, muss nicht zwingend an Zöliakie oder Weizen-Allergie leiden: Es kann sich auch um eine Weizensensitivität handeln.
Unverträglichkeit von Weizen

Manche vertragen keinen Weizen - es muss nicht aber nicht gleich um Zöliakie handeln

Wahrscheinlicher Auslöser sind bestimmte Getreide-Eiweiße, die wie Gluten in Weizen, Gerste und Roggen vorkommen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Bei Weizensensitivität aktivieren Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs) das Immunsystem.

Weizensensitivität löst Bauchschmerzen und Kopfschmerzen aus

Dadurch werden Entzündungsstoffe freigesetzt, die zu Bauchschmerzen oder Durchfällen führen können. Das erklärt Prof. Detlef Schuppan, Leiter des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie und Dünndarmerkrankungen am Universitätsklinikum Mainz.
 
Im Fachmagazin „Gastroenterology“ erläuterten Schuppan und Kollegen, dass bei solch immunologisch gastrointestinalen Erkrankungen auch Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Traktes auftreten wie Kopfschmerzen, Migräne, chronische Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen.

 

Patienten ernähren sich am besten glutenfrei

Menschen, die vermuten, dass sie Weizen, Roggen oder Gerste nicht vertragen, sollten sich gründlich untersuchen lassen, empfiehlt
die DGVS. Derzeit erfolgt die Diagnose der Weizensensitivität nach dem Ausschlussprinzip: Können Ärzte eine Zöliakie, eine Weizenallergie und
andere Erkrankungen als Ursache der Beschwerden ausschließen, ist eine
Weizensensitivität wahrscheinlich.
 
Allen drei Patientengruppen profitieren von einer glutenfreien Diät. Wer an einer Weizensensitivität leidet, vermeidet mit dem Verzicht auf Gluten gleichzeitig die problematischen ATIs. ATIs dienen der Pflanze zum Schutz vor Schädlingen. Einige ältere Getreide wie Dinkel, aber auch moderne Sorten können um etwa 50 Prozent weniger ATIs enthalten. Für den Großteil der Bevölkerung sei eine weizenfreie Ernährung weder besonders gesund noch schädlich, so Schuppan.

Foto: VRD

Hauptkategorie: Medizin
 

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