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Weitere Studie bestätigt: Omikron ist harmloser

Donnerstag, 13. Januar 2022 – Autor:
Eine neue Studie aus den USA zeigt, dass Infektionen mit der Omikron-Variante deutlich milder verlaufen als mit Delta. Die Daten bestätigen die Befunde aus Großbritannien und Südafrika - und sind eine gute Nachricht.
Omikroninfektionen verlaufen erfreulicherweise viel milder

Omikroninfektionen verlaufen erfreulicherweise viel milder – Foto: © Adobe Stock/ progressman

Die Omikron-Welle rollt über die Welt hinweg. In den USA dominiert die neue Variante bereits das Infektionsgeschehen. Mit einer neuen Studie aus Kalifornien verdichten sich nun die Hinweise, dass Omikron zwar ansteckender, aber weniger gefährlich ist. Die Studie mit fast 70.000 Patienten ist zwar bisher nur als Preprint erschienen, das heißt sie wurde noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet, aber sie bestätigt die Erkenntnisse aus Großbritannien und Südafrika.

Für die Studie analysierten Wissenschaftler um Joseph Lewnard von der University of California Berkeley die klinischen und epidemiologischen Daten von knapp 70.000 Coronainfizierten zwischen dem 30. November 2021 und 1. Januar 2022. Darunter befanden sich 52.297 Omikronfälle und 16.982 Deltafälle.

Studienergebnisse

Der Vergleich beider Gruppen zeigt: Omikron reduziert das Risiko

- für eine Krankenhausbehandlung um 50 Prozent

- auf der Intensivstation behandelt werden zu müssen um 74 Prozent

- das Sterberisiko um 91 Prozent

- die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus um 70 Prozent.

Zudem musste kein einziger Omikron-Patient künstlich beatmetet werden. In der deutlich kleineren Delta-Gruppe benötigten dagegen elf Patienten eine mechanische Beatmung.

„Nach dieser weiteren Studie (Preprint), mit fast 70.000 Patienten steht fest, dass Omikron deutlich milder verläuft als Delta“, kommentiert der Virologe Alexander Kekulé die Daten auf Twitter. Dies müsse Konsequenzen für eine neue Corona Strategie haben. Kekulé plädiert zum Beispiel dafür, die Quarantäne für Kontaktpersonen abzuschaffen. „In der Omikron-Welle ist eine Kontaktnachverfolgung illusorisch“, sagte er im Corona-Podcast des MDR.

 

Heftige Omikron-Welle in den USA

Auch in den USA ist dem Infektionsgeschehen nicht mehr beizukommen. Täglich infizieren sich dort derzeit rund eine Million Menschen. Nach Ansicht des führenden US-Experten Anthony Fauci wird Omikron früher oder später fast alle Menschen treffen. Auch Geimpfte würden infiziert werden, aber die meisten von ihnen werde es nicht so schwer erwischen, sie müssten also nicht ins Krankenhaus oder würden nicht sterben, sagte der der Immunologe und Präsidentenberater im Gespräch mit dem Thinktank Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS).

In Südafrika, wo Omikron zuerst auftrat, flaut die Infektionswelle schon wieder ab. Experten sehen darin den Übergang von der Pandemie in eine Endemie. Selbst der sonst so vorsichtige Christian Drosten sagte in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Für Menschen, die sich impfen lassen, wird die Pandemie 2022 vorbei sein.“

Hauptkategorien: Corona , Medizin
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