Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
09.02.2021

Weißmehl-Produkte könnten Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen

Viel raffiniertes und zu Weißmehl verarbeitetes Getreide etwa in Form von Weißbrot zu verzehren, könnte das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Tod erhöhen. Das zeigt eine Studie im Fachmagazin BMJ.
Viel Weißmehl-Produkte wie Toastbrot zu vrezehren, könnte der Herz-Kreislauf-Gesundheit schaden

Viel raffiniertes und zu Weißmehl verarbeitetes Getreide etwa in Form von Weißbrot zu verzehren könnte das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Tod erhöhen. Das zeigt eine Studie im Fachmagazin BMJ. Die Forscher empfehlen stattdessen empfehlen Vollkornprodukte, die tendenziell mehr Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und essentielle Fettsäuren Mehl enthalten.

Getreide wie Hafer, Reis, Gerste und Weizen macht weltweit rund 50 Prozent der täglichen Kalorienaufnahme aus. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, insbesondere in Afrika und Südasien, sogar bis zu 70 Prozent. Oft werden sie in raffinierter Form verzehrt. Dabei werden beim Getreidekorn die äußere ballaststoffreiche Schale (Kleie) und der mineralstoff- und fetthaltige Keim entfernt und nur die stärkehaltige Randschicht verarbeitet.

Fast 140.000 Probanden aus fünf Kontinenten

Die Forscher um Mashid Dehghan von der kanadische McMaster University werteten dafür Daten von 137.130 Menschen im Alter von 35 bis 70 Jahren aus 21 Ländern mit niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen aus. Sie hatten in der Vergangenheit keine Herzerkrankungen und nahmen an der prospektiven epidemiologischen Studie für Stadt und Land (PURE) teil. Die Teilnehmer erhielten Fragebögen, um die Aufnahme von raffiniertem Getreide, Vollkornprodukten und weißem Reis zu bewerten.

 

Weißmehl-Produkte könnten Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen

Sie wurden dann im Schnitt 9,5 Jahre beobachtet und Todesfälle aufgrund kardiovaskulärer Ursachen oder schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz dokumentiert.

Die Forscher stellten fest, dass die höchste Aufnahme von raffiniertem Getreide (mindestens 350 g oder etwa 7 Portionen pro Tag) mit einem um 27 Prozent höheren Sterberisiko und einem um 33 Prozent höheren Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse verbunden war - im Vergeich zu der niedrigsten Aufnahmekategorie (weniger als 50 g pro Tag). Eine höhere Aufnahme von raffiniertem Getreide war auch mit einem höheren Blutdruck verbunden. Viel Weißbrot könnte demnach das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen

Kein erhöhtes Risiko für weißen Reis und Vollkornprodukte

Es wurden keine signifikanten Assoziationen zwischen der Aufnahme von Vollkorn oder weißem Reis und den gesundheitlichen Ergebnissen gefunden.

Dies sei eine Beobachtungsstudie, daher könne sie keine Ursache-Wirkung-Beziehung nachweisen. Dennoch empfehlen die Wissenschaftler, weltweit den Konsum von raffiniertem Getreide zu senken und gleichzeitig eine höhere Aufnahme von Vollkornprodukten zu fördern. Das sei für die Gesundheit von wesentlicher Bedeutung.

Foto: Adbe Stock/Chirolmage

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Herzinfarkt , Herzinsuffizienz , Schlaganfall
 

Weitere Nachrichten zum Thema Vollkorn-Produkte

24.08.2018

Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann nicht nur vor Krankheiten schützen. Wissenschaftler konnten nun nachweisen, dass eine healthy diet auch den Alterungsprozess der Zellen verlangsamt. Am deutlichsten war das bei Frauen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Krebs: Eine halbe Million Menschen werden in Deutschland jedes Jahr mit dieser Diagnose konfrontiert. Die Deutsche Krebshilfe, die Betroffenen und ihren Familien seit 1974 hilft, verdankt ihren Erfolg auch den Prominenten, die ihren Glanz für die gemeinnützige Organisation in die Waagschale werfen. Gründerin war Mildred Scheel, populäre First Lady der Bundesrepublik und Ärztin. Neue Präsidentin ist Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter.

Um Schmerzen zu bekämpfen oder vorzubeugen und ihre Leistung zu steigern, greifen immer mehr Sportler zu Schmerzmitteln. Vor allem der „prophylaktische“ Gebrauch ist dabei gefährlich, warnt die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS).

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin