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Weißer Hautkrebs: Bei Eingriffen zählt auch die Ästhetik

Weißer Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsformen. Der Tumor tritt vornehmlich im Gesicht auf. Bei operativen Eingriffen zählt daher auch die Ästhetik.
OP, operativer eingriff, operation

Bei der Entfernung von hellem Hautkrebs spielt auch die Ästhetik einen Rolle

Weißer Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsformen. Auslöser ist meist zu viel Sonneneinstrahlung, weshalb dieser Tumor vornehmlich im Gesicht auftritt. Bei operativen Eingriffen kommt es daher nicht nur auf die vollständige Entfernung des Tumors an, sondern auch auf ein ästhetisch und funktionell angemessenes Ergebnis.

Weißer Hautkrebs, auch Basalzellkarzinom oder Basaliom genannt, tritt besonders häufig an lichtbeschienener Haut auf. Betroffen sind vor allem ältere Menschen sowie Personen, die freizeit- oder berufsbedingt viel Zeit im Freien verbracht haben wie etwa Landwirte oder Bauarbeiter.

Tumor wird mit Sicherheitssaum zu gesundem Gewebe entfernt

Liegt ein Tumor vor, ist eine vollständige chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes wichtig, zugleich aber auch der Erhalt aller Körperfunktionen sowie ein ästhetischer Wundverschluss. So regelt es eine neue Leitlinie, die kurz vor der Veröffentlichung steht. "Die Leitlinie hat zum Ziel, dass alle Patienten eine optimale Therapie erhalten", sagt Präsident Prof. Jörg Fuchs auf dem 135. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

Dafür muss der Chirurg alle erforderlichen Techniken zur Wundversorgung beherrschen. Erst die Untersuchung des Pathologen zeigt, ob es gelang, den Tumor vollständig mit einem ausreichenden Sicherheitssaum zum gesunden Gewebe zu entfernen. "Es kann sich also kurze Zeit nach der Operation herausstellen, dass die Gewebeentfernung doch umfassender und weiträumiger erfolgen muss als zunächst angenommen", erläutert Prof. Hans-Peter Howaldt von der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG). 

 

Haut von Stirn, Unterarm oder Wade entnommen

Um das so entstandene größere Loch ästhetisch ansprechend zu verschließen, kann eine aufwändigere plastische Rekonstruktion notwendig werden, die über das direkte Verschließen einer Wunde mit einer Naht hinausgeht. Zu diesen Techniken zählt unter anderem die sogenannte indische Nasenplastik – hierbei formen die Chirurgen aus Stirnhaut eine neue Nase.

Oder sie verpflanzen einen Mikrolappen, ein Stück Haut, das mit anhängender Arterie dem Unterarm oder der Wade entnommen wird. "Damit verschließen wir eine größere Wunde am Hals oder am Gesicht, wobei dieses Transplantat seine Blutversorgung selbst mitbringt", betont Howaldt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Weißer Hautkrebs: Bei Eingriffen zählt auch die Ästhetik

Bei der Behandlung von weißem Hautkrebs zählt neben der Ästhetik auch der Erhalt der körperlichen Funktionen. "Hautlappenplastiken sollen möglichst so transplantiert werden, dass die Schnitte entlang der Hautspannungslinien verlaufen und die ästhetischen Einheiten des Gesichtes respektiert werden, Augenlider problemlos geöffnet und geschlossen werden können, die Lippenbewegungen nicht beeinträchtigt sind", erläutert Howaldt.

Damit es dazu gar nicht erst kommt, sind vorbeugende Verhaltensmaßnahmen dringend empfohlen. "Sich der Sonne ungeschützt längere Zeit direkt auszusetzen, ist tabu", warnt Howaldt. So sollte man zwischen elf und vierzehn Uhr auf einen Strandbesuch verzichten oder sich unter einem Sonnenschirm aufhalten.

Kinder sollten Sonnenhut tragen

Generell sei es sinnvoll, so Howaldt, einen Sonnenhut zu tragen. "Diese Maßnahmen gelten ganz besonders für Kinder, die auch noch nach Jahren verschiedene Formen von Hautkrebs in der Folge von zu intensiver Sonneneinwirkung und zu wenig Sonnenschutz bekommen können", betont der Gießener Chirurg.

Foto: vimarovi/fotolia.com

Autor: bab
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