. Hepatitis C Medikament

Weiß statt Gelb: Sovaldi Fälschungen im Umlauf

Vom Hepatitis C Medikament Sovaldi ist eine Fälschung auf den deutschen Markt gelangt. Das BfArM warnt davor, die Tabletten einzunehmen. Patienten können die Fälschung leicht erkennen: Die Filmtabletten sind weiß statt gelb.
Fälschung des Arzneimittels Sovaldi® 400 mg Filmtabletten (Charge VVDXD) auf den deutschen Markt gelangt

Fälschung des Arzneimittels Sovaldi® 400 mg Filmtabletten (Charge VVDXD) auf den deutschen Markt gelangt

Schon wieder ist ein gefälschtes Hepatitis C Medikament auf den deutschen Markt gelangt. Diesmal handelt es sich um Sovaldi 400 mg Filmtabletten mit dem Wirkstoff Sofosbuvir. Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) tragen die Packungen die Chargenbezeichnung VVDXD (Verfallsdatum 01/2019), bei der es sich um eine real existierende Charge für den deutschen Markt handelt. Die gefälschten Tabletten unterscheiden sich demnach vom Original durch die weiße Farbe. Üblicherweise sind die Tabletten gelb. Unterschiede an der Packung seien dagegen nur durch den direkten Vergleich mit der Originalpackung festzustellen, teilte die Behörde mit.

Weiße Sovaldi-Tabletten sind gefälscht

Das BfArM rät Patienten, die Sovaldi einnehmen, auf diese Hinweise zu achten. Sollten sie feststellen, dass sie eine Fälschung erhalten haben, sollten sie die Tabletten nicht einnehmen und sich unverzüglich an ihren Arzt oder Apotheker wenden. Für den Austausch müsse der Apotheke eine gültige ärztliche Verschreibung vorgelegt werden. Apotheken wurden von dem Bundeinstitut aufgefordert, die üblichen Meldewege einzuhalten.

Die Fälschung wurde im Zuge von Nachuntersuchungen entdeckt, die im Zuge des Fälschungsfalls des Arzneimittels Harvoni von den Behörden durchgeführt wurden. Im Juni war das BfArM auf gefälschte Harvoni-Packungen aufmerksam geworden und hatte etliche Medikamente gegen Hepatitis C für Überprüfungen aus dem Verkehr gezogen.

 

Medikamente aus dem Internet riskant

Gefälschte Arzneimittel sind ein massives Problem geworden. Experten gehen davon aus, dass jedes zweite im Internet gehandelte Medikament eine Fälschung ist und jedes fünfte gesundheitsgefährdende Stoffe enthält.  Was in den jetzt in Umlauf gebrachten Sovaldi-Medikamenten tatsächlich an Wirkstoffen oder möglicherweise an Gesundheitsgefahren steckt, ist Gegenstand weiterer, laufender Untersuchungen. Sobald weitere Informationen vorliegen, will das BfArM unverzüglich die Öffentlichkeit informieren.

Foto: © ghazii - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Arzneimittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arzneimittel

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Nach dem Wunsch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen flächendecke Fieber-Ambulanzen die Praxen entlasten, wenn die Corona-Infektionen in den Wintermonaten wieder zunehmen werden. Kinder- und Jugendärzte halten diese Idee für schädlich.
Im Vorfeld des World Health Summit sprechen Christian Drosten und Detlev Ganten über das Coronavirus im Speziellen und die globale Ausbreitung im Allgemeinen. Für den Virologen steht fest: Deutschland hat nichts besser gemacht als andere Länder. Und: Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.