. Hormonhaushalt

Weichmacher können Fruchtbarkeit und Erbgut schädigen

Chemische Weichmacher, die in zahlreichen Industrieprodukten wie beispielsweise Plastikflaschen vorkommen, können das Erbgut verändern und die Fruchtbarkeit mindern. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschern aus der Schweiz.
Weichmacher können der Gesundheit schaden

Plastikflaschen können gesundheitsschädliche Weichmacher enthalten

Chemische Weichmacher dienen dazu, Plastik formbar zu machen. Sie kommen in verschiedenen Industrieprodukten vor, beispielsweise in Spielzeug, Kosmetika, Schläuchen, Handschuhen sowie in Plastikdosen und -flaschen. Schon länger werden sie unter anderem dafür verantwortlich gemacht, dass die Fruchtbarkeit bei jungen Männern in den Industrieländern immer weiter abnimmt. Nun liefert eine Schweizer Studie Hinweise darauf, dass die Chemikalien auch das Erbgut verändern können. Die Forscher der Universitäten Genf und Lausanne konnten im Mausversuch zeigen, dass Weichmacher den Hormonhaushalt beeinträchtigen und dadurch zu epigenetischen Veränderungen führen können.

Weichmacher schädigen die Gesundheit auf unterschiedliche Weise 

Dass Weichmacher für die Gesundheit problematisch sind, haben schon frühere Studien gezeigt. So gibt es Hinweise darauf, dass sie neurologische Entwicklungsstörungen und sogar Krebs verursachen können. Und eine Studie der Mailman School of Public Health an der Columbia University in New York hat ergeben, dass manche Weichmacher die Intelligenz mindern können.

Die Schweizer Forscher fanden nun heraus, dass mit Weichmachern behandelte Mäuse nicht nur eine verminderte Spermienzahl aufwiesen, sondern auch Veränderungen des Erbguts hatten. Allerdings galt dies nur für Mäuse eines bestimmten genetischen Stammes. Somit scheint die Wirkung der chemischen Substanzen je nach genetischer Disposition unterschiedlich zu sein.

 

Auf die Gesamtsumme kommt es an

Viele der genannten Wirkungen scheinen zwar erst aufzutreten, wenn der Organismus hohen Konzentrationen von Weichmachern ausgesetzt ist. Doch Experten weisen darauf hin, dass es nicht nur auf die Einzelkonzentrationen bestimmter Stoffe ankommt, für die es Höchstgrenzen gibt, sondern auch auf die Summe der Belastungen. Schon vor einigen Jahren konnte eine Untersuchung an mehreren Schulen in Deutschland zeigen, dass bei 24 Prozent der Fünf- bis Sechsjährigen die zulässige Höchstbelastung für Weichmacher überschritten wurde.

Foto: © emirkoo - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Weichmacher

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wer unter Diabetes leidet und sich mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert, hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft gibt nun Ärzten Empfehlungen, worauf in diesem Fall zu achten ist.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.