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Wegen Corona-Pandemie: Tropenkrankheiten nehmen zu

Samstag, 11. Juni 2022 – Autor:
Wer eine Fernreise plant, sollte sich mit Impfungen und Medikamenten gegen exotische Krankheiten wappnen. Der Grund: In vielen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas wurde der Kampf gegen Tropenkrankheiten aufgrund der Corona-Pandemie vernachlässigt.
Stechmücke sitzt auf der Haut.

Malariagefahr: Viren, die Malaria auslösen, werden durch die nachts und in der Dämmerung aktive Anopheles-Mücke übertragen. – Foto: summit4media Healthcare/i-Stock

Die Corona-Pandemie hat andere Krankheiten in den Schatten gestellt. Aber nur weil diese aus dem  Bewusstsein geraten sind, haben sie nichts von ihrer Gefährlichkeit verloren. Im Gegenteil: An vielen außereuropäischen Reisezielen sind seit Beginn der Pandemie Infektionen mit dem Malaria-, Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Erreger teilweise deutlich angestiegen. Das geht aus einer Reiseinformation der Envivas Krankenversicherung AG hervor.

Besondere Vorsicht bei Reisen nach Asien, Afrika und Südamerika

Ein zentraler Grund dafür: In Entwicklungsländern kamen Impfkampagnen und die Bekämpfung von Stechmücken aufgrund der Corona-Pandemie ins Stocken oder wurden vernachlässigt. Vor allem Urlaubern, die in asiatische, afrikanische oder süd- und mittelamerikanische Länder reisen wollen, wird deshalb empfohlen, rechtzeitig vor ihrer Reise ihren medizinischen Reiseschutz zu aktualisieren.

 

Malaria-Programme wurden infolge der Corona-Pandemie unterbrochen

Etwa 70.000 zusätzliche Todesfälle hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) allein 2020 verzeichnet. Rund zwei Drittel seien darauf zurückzuführen, dass Malaria-Programme aufgrund der Covid-19-Pandemie unterbrochen worden seien, so die WHO in ihrem jährlich neu aufgelegten Malaria-Report. „Gerade bei Malaria, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten, ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch“, heißt es bei der Envivas AG. Übertragen wird das Virus durch die nachts und in der Dämmerung aktive Anopheles-Mücke. Auch das ebenfalls durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber hat demnach während der Pandemie durch die fehlenden Mückenkontrollprogramme wieder zugenommen. Dengue ist eine Akutkrankheit mit plötzlichem Fieberausbruch.

Zwei Monate vor Reiseantritt: Arzt konsultieren

Die erforderlichen Vorbereitungen hängen von Region, Dauer, Route und den geplanten Aktivitäten ab. Für einen Termin beim Hausarzt oder Reisemediziner werden sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt empfohlen. Menschen mit besonderen Krankheiten sollten schon zu einem früheren Zeitpunkt mit den behandelnden Ärzten sprechen.

So schützt man sich gegen Malaria

Eine reisemedizinische Impfung gegen Malaria gibt es nicht. Allerdings kann man mit einer medikamentösen Vorsorgebehandlung ein bis zwei Tage vor Reiseantritt in bestimmte Malariagebiete beginnen. Für Regionen mit geringerem Malaria-Infektions-Risiko empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) keine Dauerprophylaxe, sondern eine sofortige medizinische Untersuchung vor Ort. Ist dies nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden möglich, empfehlen die Experten die Mitnahme eines Notfall-Medikaments, das im Falle einer Malaria-Erkrankung sofort einzunehmen ist.

Dengue-Fieber: Impfung möglich

Gegen Dengue steht in einigen Ländern seit wenigen Jahren ein erster Impfstoff zur Verfügung, der auch von der European Medicines Agency (EMA) zugelassen ist. Der Einsatz wird in manchen Gebieten jedoch mit einer höheren Rate schwerer Dengue-Verläufe in Verbindung gebracht. Im Herbst soll ein weiterer Impfstoff zugelassen werden, der sich nach bisheriger Studienlage als effektiv und sicher erwiesen hat. Gegen das Zika-Virus gibt es bislang keine Impfung.

So schützt man sich vor Stechmücken

  1. zum Schutz vor Stechmücken helle, mit Permethrin imprägnierte Kleidung tragen,
  2. sich in mückensicheren Räumen mit Klimaanlage und Mückengittern aufhalten und beim Schlafen Moskitonetze benutzen,
  3. Textilien mit Permethrin einsprühen oder darin einweichen und unbedeckte Hautstellen mit einem der Mücken abweisenden Geruchsstoffe Deet (30 bis 50 Prozent) oder Icaridin (20 Prozent) einreiben.

(Quelle: Envivas Krankenversicherung AG)

Hauptkategorie: Medizin
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