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29.11.2017

Wassergefilterte Infrarotstrahlung vielseitig einsetzbar

Dass Wärme gegen verschiedene körperliche Beschwerden hilft, haben die meisten Menschen schon am eigenen Leibe erfahren. Forscher haben nun gezeigt, dass spezielle Infrarotstrahler (wIRA) besonders zur Heilung chronischer Wunden und zur Linderung von Schmerzen beitragen können.
wIRA bei Arthrose

wIRA hilft auch gegen Arthrose

Wärme ist ein altes Hausmittel, das schon lange gegen vielerlei Beschwerden eingesetzt wird. Um sie noch wirksamer zu machen, entwickeln Forscher immer wieder Möglichkeiten, mit denen Wärme noch tiefer in das Gewebe eindringen kann. So gibt es bereits seit 1991 spezielle Infrarotstrahler (wassergefiltertes Infrarot A = wIRA), mit denen Mediziner vor allem bei der Wundheilung und Schmerzlinderung gute Erfahrungen machen. Wie wirksam diese Wärmetherapie tatsächlich ist, zeigt ein aktueller Übersichtsartikel des Sportmediziners Professor Gerd Hofmann von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Der Beitrag wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Physikalische Medizin – Rehabilitationsmedizin – Kurortmedizin veröffentlicht.

wIRA fördert die Sauerstoffversorgung im Gewebe

Ein bestimmter Teil des Infrarotspektrums, das Infrarot A, dringt besonders tief ins Gewebe ein. Filtert man aus dem Spektrum zudem die Anteile, welche die Hautoberfläche erhitzen, kann die Strahlung optimale Wirkung entfalten und sogar bei Entzündungen und Verbrennungen eingesetzt werden. In einer speziellen, für die medizinische Anwendung geeigneten Infrarotlampe wird die Strahlung durch eine mit Wasser gefüllte Küvette gefiltert. Im Vergleich zu „normalen“ Infrarotlampen ohne Wasserfilter, den sogenannten „Rotlichtlampen“, kann mit wIRA für bestimmte in der Medizin wichtige Wellenlängen, wie zum Beispiel 820 Nanometer, eine 6- bis 30mal so hohe Bestrahlungsstärke erzielt werden.

Wassergefiltertes Infrarot A hat drei Hauptwirkungen auf das Gewebe: Es steigert die Temperatur, die Versorgung mit Sauerstoff und die Durchblutung. Eine Bestrahlung mit wIRA lindert Schmerzen, hemmt Entzündungen und fördert die Infektionsabwehr sowie die Regeneration. So verläuft beispielsweise die Heilung akuter und chronischer Wunden schneller und schmerzärmer. All dies konnte Hoffmann in seiner Übersichtsstudie belegen.

 

Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten

Für wIRA gibt es eine Vielzahl von möglichen Anwendungsgebieten. Besonders geeignet sind Operationswunden und chronische Geschwüre („offenes Bein“). wIRA wird außerdem eingesetzt bei Warzen, Lippen-Herpes, Gürtelrose (Herpes Zoster), Sklerodermie, Akne und Lichtalterungsschäden der Haut (aktinischen Keratosen). Auf die Haut aufgetragene Substanzen werden unter Bestrahlung mit wIRA besser aufgenommen.  Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Arthrosen, Gelenkentzündungen (Arthritiden), Rückenschmerzen (Lumbago) oder Morbus Bechterew (ankylosierende Spondyloarthritis). wIRA lindert Schmerzen vom gewöhnlichen Muskelkater bis zum komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS).

Die Strahlung fördert auch die Regeneration nach sportlicher Betätigung und wird zudem bei Polyneuropathien und in Kombination mit Strahlentherapie oder Chemotherapie in der Tumortherapie (Onkologie) eingesetzt. Die Schmerzminderung durch wIRA beruht auf verschiedenen Effekten: Dank der gesteigerten Durchblutung können angehäufte Stoffwechselprodukte wie Schmerzbotenstoffe, Milchsäure und Bakteriengifte besser entfernt werden. Die erhöhte Gewebetemperatur beschleunigt parallel dazu den Abbau dieser Substanzen und fördert die Regeneration sowie die Muskelentspannung. Nicht-thermische Effekte beinhalten direkte Wirkungen auf Zellen und zelluläre Strukturen und Substanzen. Auch wird eine Wirkung auf die Schmerzrezeptoren angenommen.

Foto: © sebra - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
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