. Folgen des Alkoholkonsums

Was tun gegen Katerkopfschmerz?

Ein Katerfrühstück mit Ölsardinen und Salzgurken – oder doch lieber die Aspirintablette im Vorfeld? Was hilft wirklich gegen die Kopfschmerzen nach einer durchzechten Nacht? Eines ist klar: Die beste Methode ist Abstinenz bzw. Mäßigung beim Alkoholkonsum.
Kater, Alkohol, Kopfschmerzen

Bestimmte Nahrungsmittel können den Kater vertreiben - noch besser ist es jedoch, Alkoholkonsum von vornherein nur maßvoll zu betreiben

Die beste Methode gegen Katerkopfschmerzen ist ganz einfach: Nicht beziehungsweise nur in Maßen zu trinken. Diverse Studien haben die schädlichen Wirkungen von übermäßigem Alkoholkonsum nachgewiesen. Er schadet dem Herz-Kreislauf-System, dem Nervensystem, der Leber, fördert Entzündungen und kann sogar die Entwicklung einer Demenz beschleunigen.

Und doch kann es gerade während der Feiertage oder zu Silvester passieren, dass einige Gläser zu viel getrunken werden. Dann folgt die Strafe spätestens am nächsten Tag – mit dröhnenden Kopfschmerzen. Statistiken zufolge haben schon drei von vier Deutschen diese Erfahrung gemacht. Tipps und Hausmittel gegen den Kater gibt es viele. Doch was hilft wirklich?

Die beste Methode gegen den Kater: Abstinenz

Eine Meta-Analyse aller verfügbaren Daten zum Thema Katerkopfschmerzen brachte nach Angaben der Studie Kopfschmerz ein ernüchterndes Ergebnis. Der beste Weg, die Beschwerden zu verhindern, ist Mäßigung oder Abstinenz. Alle anderen Tipps können die Folgen einer durchzechten Nacht bestenfalls reduzieren.

Dass es überhaupt zu den Problemen kommt, liegt an den Abbauprodukten des Alkohols. Ethanol (Alkohol) wird in der Leber zunächst in Acetaldehyd umgewandelt und dann zu Essigsäure abgebaut, die über den Urin ausgeschieden wird. Acetaldehyd wiederum ist ein Zellgift. Auch Methanol gilt als Übeltäter. Er kommt in hohen Mengen in alkoholischen Getränken wie Whiskey oder Rum vor. Methanol wird in der Leber zu dem hochgiftigen Formaldehyd und zu Ameisensäure abgebaut. Dieser Prozess läuft deutlich langsamer ab als der Abbau von Ethanol. Das entstehende Zellgift Formaldehyd sammelt sich verstärkt an und soll die Kopfschmerzen auslösen.

Manche Forscher sehen den Hauptgrund für die Beschwerden allerdings eher im Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust. Vollständig erforscht sind die Vorgänge, die zu den typischen Katerbeschwerden führen, also noch nicht.

 

Tipps gegen den Kater

Was auch immer der wahre Grund für den Kater ist: Wer darunter leidet, will vor allem, dass dieser schnell wieder verschwindet. Folgende Tipps können – vorher oder nachher angewandt – helfen:

  1. Vor dem Alkoholkonsum ausreichend Nahrung aufnehmen. Am besten ist fetthaltiges Essen – dadurch wird die Aufnahme des Alkohols verlangsamt.
  2. Mindestens genauso viel Wasser wie Alkohol trinken.
  3. Mineralstoffverluste durch salzhaltige Snacks ausgleichen.
  4. Stark zuckerhaltige Alkoholika wie Cocktails oder Alkopops vermeiden.
  5. Keine Fuselalkohole trinken. Allgemein gilt: Wodka, Gin, Weißwein und Bier sind weniger problematisch als Rotwein, Whiskey, Weinbrand oder Glühwein. Für Bier gilt: Weizen bereitet mehr Kopfschmerzen als Pils, Export oder Lager. Grund ist die Menge der Fuselöle, die beim Gären entsteht.
  6. Auf das Rauchen beim Trinken möglichst verzichten.

Sollte der Kopf am nächsten Morgen trotzdem schmerzen, hilft tatsächlich das typische Katerfrühstück. Wichtig sind eine fett-, eiweiß- und mineralstoffhaltige Kost sowie eine hohe Flüssigkeitsaufnahme (Wasser!). Frische Luft und Bewegung können ebenfalls helfen. Bei starken Schmerzen sind auch Schmerztabletten sinnvoll. Von Paracetamol bei Katerkopfschmerzen rät die Stiftung Kopfschmerz jedoch ab, denn Alkohol und Paracetamol werden in der Leber teilweise über dasselbe Enzym abgebaut. Daher sind Acetylsalicylsäure und Ibuprofen zu bevorzugen.

Foto: © J.Mühlbauer exclus. - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Prävention und Reha
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