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Was tun gegen die Reisekrankheit

Freitag, 3. Juli 2020 – Autor:
Aufgrund der Corona-Pandemie nutzen viele Reisende für die Fahrt in den Urlaub das Auto. Das CRM Centrum für Reisemedizin gibt Tipps, was sich gegen die Reisekrankheit tun lässt.
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Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren sind bei Autofahrten besonders oft von Reiseübelkeit betroffen – Foto: ©Anja Götz - stock.adobe.com

Die Sommersaison hat begonnen und mit ihr die Schulferien sowie die Hauptreisezeit. Bedingt durch die Corona-Krise ist ein Sommerurlaub in fernen Ländern dieses Jahr kaum möglich. Für außereuropäische Länder gelten Reisewarnungen und Einreiseverbote. Viele Urlaubswillige meiden zudem Flugzeug und Bahn und greifen auf Reiseziele zurück, die mit dem Auto zu erreichen sind.

Ein Urlaub weiter im Süden beispielsweise bringt dann viele Stunden Autofahrt mit sich. Oftmals kann es dann zur sogenannten Reisekrankheit kommen. Das CRM Centrum für Reisemedizin gibt Tipps, was sich dagegen tun lässt.

Kinder zwischen zwei und zwölf sind am anfälligsten

"Die Reisekrankheit, gelegentlich auch Seekrankheit oder fachsprachlich Kinetose genannt, tritt bei Reisen in unterschiedlichen Verkehrsmitteln auf und nicht, wie die Bezeichnung Seekrankheit vermuten lässt, nur auf dem Wasser", erläutert Prof. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM, in einer Pressemitteilung.

Sie kann prinzipiell jeden treffen, auch Menschen, die noch nie an einer Kinetose litten Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren entwickeln jedoch statistisch gesehen häufiger ein derartiges Krankheitsbild.

 

Wer vorn sitzt, hat seltener Symptome

Betroffene leiden unter Symptomen wie Schwindel und Kopfschmerzen, gefolgt von Übelkeit und Erbrechen. Bei Kindern kündigt sich die Reisekrankheit oft durch Blässe und Teilnahmslosigkeit an. "Als Auslöser gelten Bewegungsreize, welche auf den Gleichgewichtssinn wirken", erläutert Professor Jelinek. "Das Gehirn ist durch den Widerspruch zwischen der fehlenden körperlichen Bewegung und den von den Augen wahrgenommenen Eindrücken überfordert."

Die einfachste Vorbeugung sei, sofern möglich, die Wahl des Sitzplatzes: Bei der Autofahrt treten bei den vorne Sitzenden weniger häufig Symptome auf. Lesen und schreiben, sowie Computerspiele sollten vermieden werden, außerdem hilft es, den Blick auf den Horizont zu richten.

Ingwer gilt als hilfreich

Gelegentliche Pausen sowie Musikhören sorgen für Ablenkung. Leichte, fettarme Mahlzeiten entlasten den Magen, Kaubewegungen scheinen zusätzlich die Überreaktion des Magens zu mildern, als hilfreich gelten zudem Speisen mit Ingwer. Auf alkoholhaltige Getränke oder Zigaretten sollte verzichtet werden.

"Sollten diese Vorkehrungen nicht ausreichen, kann auf eine medikamentöse Prophylaxe oder Behandlung zurückgegriffen werden, über die man sich beim Hausarzt oder in der reisemedizinischen Beratung informieren sollte", erläutert der Experte.

Was tun gegen die Reisekrankheit

Was tun gegen die Reisekrankheit: Medikamente mit den Wirkstoffen Dimenhydrinat, Diphenhydramin oder in seltenen Fällen auch Scopolamin können vor Reisebeginn eingenommen werden. Diese, allen voran Scopolamin, rufen allerdings unter anderem Müdigkeit hervor.

Als symptomlinderndes Mittel können zudem Dimenhydrinat enthaltende Kaugummis oder Ingwer eingenommen werden. Auch reisekranke Kinder können nach Rücksprache mit dem Kinderarzt medikamentös behandelt werden. Ohne Prophylaxe kann es bei einem akuten Übelkeitsanfall helfen, sich auf den Rücken zu legen und mit den Augen die Decke zu fixieren oder sich auf einen Punkt am Horizont zu konzentrieren.

Foto: Adobe Stock/Anja Götz

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