Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
04.12.2020

Was tun, damit Homeoffice nicht zu Rückenschmerzen führt

Wer nach einem Homeoffice-Tag nahtlos auf die Couch wechselt, stresst seinen Rücken. Folge: Rückenschmerzen. Was man dagegen tun kann.
Homeoffice, Sitzen

Besonders das Homeoffice kann auf den Rücken gehen

"Es tut sich niemand einen Gefallen damit, wenn er nach einem langen Homeoffice-Tag im Sitzen nahtlos auf die Couch und später ins Bett wechselt. Körperliche Trägheit bedeutet für den Rücken Stress“, sagt Prof. Dieter C. Wirtz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Im Homeoffice fällt der Arbeitsweg als Bewegungseinheit weg. Dazu kommt: In der kalten Jahreszeit sind Menschen gern in warmen Räumen und bewegen sich weniger. Corona macht es nicht einfacher: Fitnesscenter haben derzeit geschlossen.

Im Sitzen bauen sich Muskeln ab

Sitzt der Mensch zu viel, bauen sich Muskeln ab und Verspannungen entstehen. Durch selbstgeschaffene Heimarbeitsplätze, etwa am Küchentisch, nimmt die Rückenbelastung zu. Kalte Zugluft durch häufiges Lüften zur Corona-Prävention kann den Rücken zusätzlich strapazieren.

Meldet der sich mit Schmerzen, sollte man dieses Warnsignal ernst nehmen und darauf reagieren - nämlich mit Bewegung, betont Wirtz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Schon 30 Minuten am Tag reichen.

 

Fünf Stunden Spazierengehen pro Woche

Bewegung stärkt die Rückenmuskulatur und entlastet damit die Wirbelsäule. "Der Mensch hat einen Bewegungsapparat und keinen Sitzapparat", sagt Prof. Bernd Kladny, stellvertretender Generalsekretär der DGOU.

Studien belegen, dass fünf Stunden körperliche Bewegung - beispielsweise  Spazierengehen - pro Woche notwendig sind, um ein tägliches Sitzen von acht Stunden und mehr auszugleichen.

Was tun, damit das Homeoffice nicht zu Rückenschmerzen führt

  • Bewegtes Homeoffice: Planen Sie regelmäßige bewegte Pausen sowie kleine Bewegungseinheiten anstelle des Arbeitsweges ein.
  • Aktives Sitzen: Sitzen Sie den Tag über nicht in der gleichen Körperhaltung, sondern wechseln Sie immer mal wieder die Stellung. Sie sollten zeitweise aufrecht auf einem Stuhl sitzen, aber zwischendurch ist auch Lümmeln in weichen Kissen erlaubt. Gut für den Rücken ist ein regelmäßiger Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung.
  • Abwechslungsreiche Bewegungseinheiten: Kleinere Bewegungseinheiten über den Tag verteilt verhindern einen verspannten Rücken. Stehen Sie auf und laufen Sie, während Sie telefonieren. Strecken und dehnen Sie sich immer wieder zwischendurch.
  • Rausgehen bei jedem Wetter: Verlassen Sie einmal täglich das Haus oder die Wohnung, auch wenn es regnet oder friert. Laufen Sie eine Wegstrecke zu Fuß, beispielsweise um einzukaufen oder ihr Kind von der Schule abzuholen, oder machen Sie einfach einen kleinen Spaziergang.
  • Regelmäßiges Lüften mit Bedacht: Kurzes regelmäßiges Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern sorgt für einen schnellen Luftaustausch. Ein dicker Pulli oder ein Schal um den Hals schützen dabei vor Verspannung durch Zugluft.

Foto: Adobe Stock/olezzo

Foto: ©olezzo - stock.adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rückenschmerzen , Bewegungstherapie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rückenschmerzen

02.09.2020

Kreuzschmerzen sind weit verbreitet und werden häufig sogar chronisch. Pilates kann die Beschwerden lindern – das haben Forscher gezeigt. Allerdings wirkt das Training nur, wenn es regelmäßig durchgeführt wird.

30.01.2020

Rückenschmerzen sind nach wie vor der häufigste Grund für Fehltage in Deutschland. Experten haben jetzt zehn Fakten rund um Rückenschmerzen zusammengetragen, die Back-Facts.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Im ersten Lockdown dieser Pandemie ging die Zahl der Schlaganfälle um 17 Prozent zurück. Experten sind überzeugt: Die Symptome wurden bloß nicht ernst genommen. Und das sei fatal.

Antibiotika sind die Standardtherapie bei bakteriellen Infektionen und retten jedes Jahr Millionen von Leben. Aber sie greifen auch die hochkomplexe Darmflora an und damit das Immunsystem. Und: Sie können sogar ihrerseits Krankheiten auslösen. Forscher haben jetzt 1.200 Medikamente daraufhin getestet, ob sie sich hier – parallel verabreicht – als „Gegenmittel“ eignen.

In Israel gelten nur noch Personen mit dritter Impfung als vollständig geimpft. Und tatsächlich sinken die Fallzahlen im Land. Das Vorgehen ist jedoch wissenschaftlich umstritten.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin